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Grafisches Corona-Update: Rückschlag in Frankreich

Täglich aktualisierte Charts zu den neuen Fällen der Coronainfektion in ausgewählten Ländern.

André Kühnlenz

Im Beitrag «Alle warten auf die flache Coronakurve» hat FuW beschrieben, wie Virologen erst um Ostern herum erste Aussagen über eine absehbare Trendwende machen können. Hier ein grafisches Update (Stand 31. März 2020) zum 7-Tage-Trend der neuen Fälle von Infizierten in ausgewählten Ländern. Die rein rechnerische Trendfortschreibung gibt zumindest eine Ahnung, wo es in den nächsten Tagen hingehen kann.

Italien kommt jetzt schon auf 6% Anstieg der Infizierten pro Tag – im 7-Tage-Durchschnitt. Das entspricht einer Verdopplungszeit von 11,7 Tagen. Allerdings redet dort noch niemand davon, dass der Stillstand beendet wird, bei immer noch mehr als 800 Toten am Tag.

Langsam wird es besser in der Schweiz bei den neuen Fällen. +7% aller Infizierten im 7-Tage-Durchschnitt, was 10 Tagen Verdopplungszeit entspricht. Auch hier spricht noch niemand vom Ende des Stillstands.

Deutschland braucht noch. Aktuell bei +11% im 7-Tage-Durchschnitt, der absolut weiterhin nicht sinkt. Ende der Woche bleibt aber in Sichtweite.

Der dritte Tag in Folge mit einer sinkenden Zahl der neuen Fälle in Österreich im 7-Tage-Durchschnitt – er fällt erstmals seit dem 27. März auf weniger als 700 Fälle. Es sieht weiterhin gut aus.

Und das ist wirklich unschön, in Frankreich beschleunigt sich der Anstieg aller Infizierten von +12 auf +13% im 7-Tage-Durchschnitt. Das einzig Gute: Vor gut einer Woche gab es schon einmal so einen Knick, und dann wurde es danach besser.

Die USA laufen jetzt auf eine Gesamtzahl der Infizierten von 230’000 im Peak der neuen Fälle zu, auch danach wird es mit den Infizierten noch schnell nach oben gehen, da die neuen Fälle wahrscheinlich nur sehr langsam zu sinken beginnen.

Der Anteil der positiv Getesteten in den täglichen Tests in New York ist gestiegen und hat sich seit Montag bei 50% eingependelt.

Positive Nachrichten aus Spanien, wo der 7-Tage-Durchschnitt jetzt auch sinkt, bisher ein Tag… Dabei ging es bei den gesamten Infizierten von +13 auf +11% runter.

In der simplen, rechnerischen Trendfortschreibung muss UK (Stand heute) noch lange warten, bis eine Trendwende überhaupt beginnen könnte. Allerdings könnte sie erst bei 200’000 Infizierten starten – gestern waren es 25’150. Hoffentlich wirken die «Massnahmen» schneller.

Hier zur Erinnerung, wo alle hinwollen: zu einer Wachstumsrate der Zahl der Infizierten von 1% pro Tag wie in Südkorea.

Leser-Kommentare

Dejan Simic 01.04.2020 - 15:53

Was macht Südkorea anders?

Jürgen Lahodny 02.04.2020 - 10:42

Masken. Die meisten Tests von allen Ländern. Positiv Getestete isolieren.