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Grafisches Corona-Update: Italiens Zahl der Toten sinkt

Täglich aktualisierte Charts zu den neuen Fällen der Coronainfektion/der Toten in ausgewählten Ländern.

André Kühnlenz

Im Beitrag «Alle warten auf die flache Coronakurve» hat FuW beschrieben, wie Virologen erst um Ostern herum erste Aussagen über eine absehbare Trendwende machen können. Hier ein grafisches Update (Stand 5. April 2020) zum 7-Tage-Trend der neuen Fälle von Infizierten (und Toten) in ausgewählten Ländern. Die rein rechnerische Trendfortschreibung gibt zumindest eine Ahnung, wo es in den nächsten Tagen hingehen kann.

Den dritten Tag in Folge sinkt die Zahl der Toten in Italien und den zehnten Tag die Zahl der Neuinfizierten (alles im 7-Tage-Durchschnitt). Zumindest die Tageszahlen können in der neuen Woche etwas stärker schwanken. Der Trend scheint aber klar zu sein. Trotz Dunkelziffer scheinen die bekannten Fälle für #FlattenTheCurve also sehr relevant zu sein.

In der Schweiz sinkt der Zahl der Neuinfizierten (7-Tage-Durchschnitt) weiterhin vergleichsweise sehr langsam und im Zickzack. Allerdings noch nicht stark genug, um die Gesamtkurve der neuen Fälle abzuflachen. Dabei lässt die beginnende Trendwende bei der Zahl der Toten noch immer auf sich warten. Das muss noch stärker runtergehen in der Zahl der neuen Fälle.

In Deutschland hat die Trendwende bei den Neuinfizierten begonnen: Die Zahl sinkt den dritten Tag in Folge (7-Tage-Durchschnitt). Die Besserung verläuft aber langsam, eher wie in der Schweiz, damit kann es noch länger als Ostern dauern, bis die Zahl der Toten zu sinken beginnt.

Österreich wartet noch auf die Trendwende in der Zahl der Toten (vielleicht kommt sie bis Ostern, sie hat sich zuletzt stabilisiert). Dafür beschleunigt sich aber der Rückgang der neuen Fälle schon seit Donnerstag (7-Tage-Durchschnitt), nachdem er zunächst doch lahmte.

In den USA hat sich die Zahl der Neuinfizierten erstmals stabilisiert (vielleicht die Folge der stagnierenden Tests). Die rechnerische Trendfortschreibung (keine Prognose) deutet damit eine Gesamtzahl der Infizierten von mindestens 460’000 am Osterwochenende an.

Ende der vergangenen Woche wurden die Fallzahlen in Frankreich erheblich nach oben (+39%) korrigiert. Dies zerschiesst gerade etwas die Charts. Wenn man diesen Effekt grob in neuen Fällen rausrechnet (aber nicht in der Gesamtzahl), sieht es so aus. Da müssen wir noch fünf Tage warten, bis der Effekt komplett herausfällt. Stand heute erkennen wir keine Trendwende in den neuen Fällen.

Für Spanien können wir (wie für Italien) diesen Chart betrachten, der die neuen Fälle und die Zahl der Toten zeigt. Die Zahl der Toten sinkt bereits den zweiten Tag in Folge, die Trendwende hier könnte nur zwei Tage nach den Neuinfizierten begonnen haben. Sehr positiv.

Wie es heute aussieht, werden die Briten auch an Ostern noch nicht einmal von einer Trendwende bei den neue Fällen sprechen können. Nächste Woche könnten es schon 95’000 Fälle sein (Sonntag: 47’806).

Hier zur Erinnerung, wo alle hinwollen: zu einer Wachstumsrate der Zahl der Infizierten von 1% pro Tag wie in Südkorea, mit einer Verdopplungszeit aller Infizierten von aktuell 74 Tagen.

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