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Grafisches Corona-Update: Rückschlag in Schweden

Regelmässig aktualisierte Charts zu den neuen Fällen der Coronainfektion/der Toten in ausgewählten Ländern.

André Kühnlenz

Im Beitrag «Alle warten auf die flache Coronakurve» hat FuW beschrieben, wie sich gerade in Italien und der DACH-Region (Deutschland, Österreich und Schweiz) eine Trendwende in der Zahl der Neuinfizierten angekündigt hatte. In vielen Ländern folgt erst mit Verzögerung die Zahl der Todesopfer. Hier ein grafisches Update (Stand 10. Mai 2020) zum 7-Tage-Trend der neuen Fälle von Infizierten (und Toten) in ausgewählten Ländern. Die rein rechnerische Trendfortschreibung gibt zumindest eine Ahnung, wo es in den nächsten Tagen hingehen kann.

Kein Panik: Wie an den Vortagen zu sehen war, steigen in Deutschland die neuen Fallzahlen nicht, sie stabilisieren sich vorübergehend. Solange sich eine höhere Schätzung der Reproduktionszahl nicht in bestätigten Neuinfektionen zeigt, ist das wohl weniger wild.

In Italien sind die aktiven Fälle im Vergleich zum Peak am 19. April um 23% gesunken, die Zahl der Intensivpatienten um 75% vs. 3. April.

In der Schweiz sinken die aktiven Fälle (–87% seit dem Peak am 31. März) am Sonntag erstmals seit 14. März auf weniger als 2000 (1872). Im 7-Tage-Durchschnitt schneller als die offizielle Todeszahl, die gerade bei zehn stagniert.

Die bestätigten Neuinfizierten in Deutschland stagnieren gerade bei etwas weniger als 900 Fällen im 7-Tage-Durchschnitt – ohne dass der rechnerische Trend nach oben zeigen würde. Es werden jetzt 46% weniger Intensivpatienten gezählt als am 18. April.

Österreich stabilisiert sich auf einem niedrigen Niveau in den offiziell bekannten Zahlen.

Langsam zeichnet sich eine Trendwende in den USA ab. Wobei noch immer der deutlichen Verbesserung in New York die anderen Landesteile entgegenlaufen. Schwankungen bei den Intensivpatienten dürften auf die Meldungshäufigkeit zurückgehen.

Hier New York.

In Frankreich gab es einen Ausreisser in der Zahl der bestätigten Neuinfizierten vorige Woche am 6. Mai (vermutlich wieder einmal Nachmeldungen). Ab Mittwoch sollte der Effekt auch im 7-Tage-Durchschnitt verschwinden. Das ist alles wenig alarmierend.

Wen die zwischenzeitlich stagnierenden Zahlen in Deutschland beunruhigen, der/die sollte sich vielleicht Spanien anschauen. Dort gibt es dies immer wieder einmal. Angesichts der Datenqualität ist das nicht weiter ungewöhnlich.

Bemerkenswert die anhaltende Diskrepanz zwischen den neu bestätigten Fallzahlen in Grossbritannien und den offiziellen Todeszahlen.

In Schweden gibt es leider offenbar gerade einen Rückschlag.

An der Qualität der Daten aus Russland kann man natürlich noch mehr zweifeln als im Rest der Welt. Die offiziell bestätigten Neuinfizierten könnten sich stabilisieren.

Südkorea meldet gerade einen Anstieg der neuen Fälle: Mehr als 34, wie gestern, gab es zuletzt am 9. April. Zur Einordnung: Das sind 0,066 Fälle pro 100’000 Einwohner. Von einem Rückschlag kann man also nicht sprechen.

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