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Grafisches Corona-Update: aktive Fälle in Frankreich vor der Trendwende

Täglich aktualisierte Charts zu den neuen Fällen der Coronainfektion/der Toten in ausgewählten Ländern.

André Kühnlenz

Im Beitrag «Alle warten auf die flache Coronakurve» hat FuW beschrieben, wie sich gerade in Italien und der DACH-Region (Deutschland, Österreich und Schweiz) eine Trendwende in der Zahl der Neuinfizierten angekündigt hatte. In vielen Ländern folgt erst mit Verzögerung die Zahl der Todesopfer. Hier ein grafisches Update (Stand 22. April 2020) zum 7-Tage-Trend der neuen Fälle von Infizierten (und Toten) in ausgewählten Ländern. Die rein rechnerische Trendfortschreibung gibt zumindest eine Ahnung, wo es in den nächsten Tagen hingehen kann.

Auch wenn die Wachstumsraten in den USA im Trend eher sinken, die Marke von 1 Mio. an bestätigten Infizierten rückt für nächste Woche in Sichtweite. Russland meldet immer noch einen rasanten Zuwachs.

Selbst wenn man es kaum sieht, in Italien sinken die aktiven Fälle (bestätigt) seit zwei Tagen, aber noch nicht im 7-Tage-Durchschnitt. Die Zahl der Neuinfizierten ist allerdings leicht gestiegen, die Zahl der Intensivpatienten liegt 41% unter dem Niveau vom 3. April.

Die Schweiz ist auf einem guten Weg, die Zahl der bestätigten Neuinfizierten dauerhaft auf weniger als 200 zu drücken. Die Zahl der Toten sinkt auf weniger als 40 (7-Tage-Durchschnitt).

In Deutschland hat sich die Zahl der Intensivpatienten gerade einmal stabilisiert, eine Trendwende in der Todeszahl steht ebenfalls noch aus. Der Rückgang bei den bestätigten Neuinfizierten verliert gerade etwas an Tempo.

Österreichs Todeszahl (international bislang auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau) steigt gerade im 7-Tage-Durchschnitt. Gemessen an den aktiven Fällen bis zum Vortag geht die Quote nach oben.

In den USA könnte die Todeszahl in einen Abwärtstrend einschwenken, nachdem die Nachmeldungen aus dem 7-Tage-Durchschnitt «herausdrängen». Bei den bestätigten Neuinfizierten geht es weiterhin nur langsam zurück.

In New York werden jetzt 36% weniger Neuinfizierte gezählt, die Todeszahl ist um 30% zurückgegangen – jeweils gegenüber dem Peak im 7-Tage-Durchschnitt.

Die Zahl der aktiven Fälle in Frankreich sinkt minimal. Sogar im 7-Tage-Durchschnitt, auch wenn man es noch nicht wirklich erkennt.

In Spanien nähern sich die Kurven der Toten und der Neuinfizierten im Prozentrückgang etwas an.

Grossbritannien hat noch einen weiten Weg vor sich. Es bessert sich nur sehr langsam.

In Schweden stabilisiert sich erst einmal die Zahl der Toten, aber das hat wohl noch nicht viel zu bedeuten. Der rechnerische Trend steigt noch weiter. Zumal es noch keine Trendwende in der Zahl der bestätigten Neuinfizierten gibt.

Für viele ein Vorbild bei der Eindämmung des Virus: Südkorea, mit einem Anstieg der bestätigten Neuinfizierten von 0,2% am Tag und einer Verdopplungszeit aller Infizierten von 376 Tagen (jeweils im 7-Tage-Durchschnitt).