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Grafisches Corona-Update: Stabilisierung

Täglich aktualisierte Charts zu den neuen Fällen der Coronainfektion in ausgewählten Ländern.

André Kühnlenz

Im Beitrag «Alle warten auf die flache Coronakurve» hat FuW beschrieben, wie Virologen erst um Ostern herum erste Aussagen über eine absehbare Trendwende machen können. Hier ein grafisches Update (Stand 30. März 2020) zum 7-Tage-Trend der neuen Fälle von Infizierten in ausgewählten Ländern. Die rein rechnerische Trendfortschreibung gibt zumindest eine Ahnung, wo es in den nächsten Tagen hingehen kann.

In 7-Tage-Durchschnitten gab es am Montag in Italien den vierten Rückgang in Folge. Bislang also Stabilisierung, vermutlich werden die neuen Fallzahlen pro Tag im Wochenverlauf aber wieder steigen – das sollte allerdings niemanden beunruhigen: Die Montage neigen in Italien dazu, schwächer auszufallen.

Erfeulich in der Schweiz: Der 7-Tage-Durchschnitt der neuen Fälle ist erstmals seit einer Woche auf weniger als 1000 gesunken. Wie in Italien bewegt sich diese Kurve jedoch nur sehr langsam abwärts. Aber es wird schon.

Bislang ist nur fast eine Stabilisierung in Deutschland zu erkennen, aber wohl noch nicht der Beginn einer Trendwende. Allerdings gab es einen Wechsel der Datenquellen auf der Seite Worldometer (ZEIT, TSP), was eventuell den bisher beobachteten Wochenendeffekt (weniger Meldungen von Ämtern) abmildert. Dies würde sich eher positiv auf die nächsten Tage auswirken.

Österreich hat nun auch den zweiten Tag in Folge, an dem der 7-Tage-Durchschnitt der neuen Fälle leicht sinkt. Die rechnerische Trendfortschreibung weist weiterhin abwärts. Wie in Italien und der Schweiz sollten wir wohl bislang aber nur von einer Stabilisierung reden.

Mit bereits 159’000 Infizierten laufen die USA mit Sicherheit auf 200’000 Ende der Woche zu – das wären mehr als doppelt so viele, wie offiziell in China gemeldet werden. Und dann ist natürlich nicht Schluss, selbst wenn der 7-Tage-Durchschnitt vielleicht zu sinken beginnt.

Positiv: Spanien könnte bald Licht am Ende des Tunnels sehen. Selbst wenn die neuen Fälle in dieser Woche wieder steigen sollten.

In Grossbritannien können wir Stand heute noch keine Trendwende erwarten.

Licht am Ende des Tunnels passt auch zu Frankreich, wobei es hier Stand heute noch etwas dauern dürfte.

Hier zur Erinnerung, wo alle hinwollen: zu einer Wachstumsrate der Zahl der Infizierten von 1% pro Tag wie in Südkorea.