Unternehmen / Finanz

Die Graubündner KB kennt keine Krise

Analyse | Die Bank hat 2020 mehr Gewinn erwirtschaftet als prognostiziert. Auch weil sie trotz Corona keine Rückstellungen gebildet hat.

In Graubünden ist die Welt noch in Ordnung. Könnte man meinen. Während Banken schweizweit mit Rückstellungen auf die drohenden Kreditausfälle reagieren, hat man bei der Graubündner Kantonalbank vergangenes Jahr einen Schritt in die Gegenrichtung gemacht und Wertberichtungen für Kreditverluste aufgelöst. Von der Prognose, im zweiten Semester 10 Mio. Fr. in die Risikovorsorge zu stecken, ist die Bank abgerückt.

Optimismus oder Unvorsichtigkeit? «Wir sehen momentan keine Möglichkeit, Wertberichtigungen zu bilden», sagt CEO Daniel Fust. Die von den Hilfsmassnahmen gestützten Bilanzen der Kunden liessen das schlicht nicht zu. Mittel- bis langfristig geht er aber davon aus, dass der Bedarf zunimmt. Für 2021 und 2022 habe man in der Finanzplanung Rückstellungen berücksichtigt, sagt Fust auf Anfrage von FuW. Rund 10 Mio. Fr. sollen sie schätzungsweise betragen. Eine Prognose mit «höchster Unschärfe», wie Fust betont. Zu unklar ist heute, wohin sich die Wirtschaft in den nächsten Monaten entwickelt. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?