Dossier-Bild Ein Artikel aus dem Dossier Nachhaltig investieren
Unternehmen / Finanz

Greenwashing macht Finanzbranche vorsichtiger

Finanzdienstleister wappnen sich gegen Vorwürfe geschönter Angaben. Die Angst vor einem Reputationsverlust ist hoch.

Die Lösung der Klimakrise könnte so einfach sein. Zumindest, wenn manchen Versprechungen der Finanzindustrie Glauben geschenkt wird. Zuletzt sieht sich die Branche jedoch vermehrt mit dem Vorwurf des Greenwashings konfrontiert: Zahlreiche Produkte würden nicht halten, was sie versprechen. Die Branche habe sie als «grüner» dargestellt, als sie es tatsächlich sind.

Neu sind solche Vorwürfe nicht. Durch die Bestrebungen diverser Regierungen, hier zu regulieren, und durch das rasche Wachstum von Finanzprodukten, welche sogenannte ESG-Kriterien befolgen (Umwelt, Soziales, gute Unternehmensführung), erhalten sie neue Brisanz. 2,24 Bio. $ weltweit fielen laut dem Datenanbieter Morningstar Ende Juni in diese Kategorie; ein Zuwachs von 12% seit dem ersten Quartal.

Vorwürfe wiegen schwer

Die jüngste Kontroverse mit ausgelöst hat Desiree Fixler. Die ehemalige Nachhaltigkeitschefin des deutschen Asset-Managers DWS beschuldigt ihren früheren Arbeitgeber, das Volumen seiner Anlagen, die nach nachhaltigen Kriterien angelegt sind, falsch dargestellt zu haben. Im Jahresbericht 2020 gab der Fondsmanager, der zu 80% im Besitz der Deutschen Bank steht, an, dass rund 459 Mrd. €, mehr als die Hälfte aller verwalteten Vermögen, einen sogenannten ESG-Integrationsprozess durchlaufen habe. Gemäss Fixler ist dies deutlich zu hoch.

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