Eine Patrouille der chinesischen Volksbefreiungsarmee auf der Pirsch im Pamir – verstärkt mit einem Diensthund, der asiatischen Schnee wohl noch besser beschnüffeln kann als kolumbianischen. Durch diese eisigen, entlegenen Höhen zieht sich die 76 km kurze Grenze Chinas zum Wakhan-Korridor, einem Streifen Afghanistans. Dort oben haben nun, nach dem schmählichen Abzug westlicher Truppen, die hartgesottenen Taliban das Sagen. Chinas Staatsmacht beobachtet das nicht ohne Argwohn; sie wird kein Übergreifen islamistischer Unrast auf Sinkiang dulden, wo die Armee das Volk eher knechtet als befreit. Peking soll Berichten zufolge von den Koran-Kriegern bereits zugesichert erhalten haben, dass sie chinesisches Territorium nicht infiltrieren und, umgekehrt, keine uigurischen Separatisten nach Afghanistan schleusen werden. Somit steht gutem Einvernehmen nichts im Wege. China ist an Stabilität an seiner Westgrenze gelegen. Das eng mit Afghanistan verbundene Nachbarland ­Pakistan füllt eine strategische Schlüsselposition im Projekt der «Neuen Seidenstrasse». Vielleicht wird über den Wakhan-Zipfel dereinst eine leistungsfähige Strassenverbindung entstehen – China hat Afghanistans Bodenschätze im Visier. (Bild: EPA/Keystone)