Seit Jahrzehnten schon ist die Schweiz auch für Grenzgänger, die im Land arbeiten und ennet der Grenze wohnen, sehr attraktiv. Als das Bundesamt für Statistik 1996 begann, die Grenzgänger systematisch zu erfassen, pendelten rund 140 000 Arbeitnehmer jeden Tag in die Schweiz. Im vierten Quartal des vergangenen Jahres waren es mit 342 880 Arbeitnehmern deutlich mehr als doppelt so viele. Gut die Hälfte davon kommt aus Frankreich in die Schweiz, knapp ein Viertel aus Italien. Von 1996 bis 2004 wuchs die Zahl der Grenzgänger pro Jahr im Durchschnitt 2,7%. Mit der Einführung der vollen Personenfreizügigkeit 2004 beschleunigte sich das jährliche Wachstum bis Ende 2020 auf durchschnittlich 4,4%. Mit Abstand am meisten im Ausland wohnende Mitarbeitende zählen die Kantone Genf und Tessin. Gut 47% aller Grenzgänger strömen dorthin. 81% entfallen auf die acht Kantone mit über 10 000 Pendlern über die Grenze. Während Genf gemessen an der absoluten Zahl an der Spitze liegt, ist der Anteil an den Beschäftigten im Tessin mit 29% am höchsten. In Genf erreicht er 24%. Gesamtschweizerisch betrug er Ende 2020 6,7%. Diese Zahlen illustrieren die enorme Bedeutung der Grenzgänger besonders für die Kantone entlang der Landesgrenze. Gewisse Branchen, so das Gesundheitswesen, würden ohne sie kaum mehr funktionieren. Daran dürfte sich in absehbarer Zeit nichts Grundsätzliches ändern.