Unternehmen

Grosse Mid Caps lassen den SMIM glänzen

Die Rotation von defensiven in konjunktursensitive Titel hat dem Index der mittelgrossen Werte zuletzt zusätzlichen Schub gegeben.

Die mittelgrossen Unternehmen im SMI Mid (SMIM) haben sich in den vergangenen drei Monaten leicht besser entwickelt als die Bluechips im SMI oder der breite Markt-Index SPI. Der SMIM stieg 4,3%, der SMI 2,4% und der SPI 2,9%.

Noch etwas besser schlugen sich die fünf Favoriten der «Finanz und Wirtschaft», die im Schnitt 5,0% zulegten. Einzig Georg Fischer wiesen eine Negativperformance auf (–2,4%). Am besten liefen Partners Group (+8,2%), obwohl der Kurs seit den Halbjahreszahlen vom 10. September rund 6% nachgegeben hat. Die Investmentanbieter wiesen einen kleineren Verkaufsgewinn aus.

Grosse ziehen

«Die grosskapitalisierten Werte waren für die Outperformance des SMIM verantwortlich», erklärt Martin Hüsler, Teamleiter Aktienresearch bei der ZKB. Der Titel mit dem grössten Indexgewicht, Schindler, legte 5,3% (PS), resp. 7,3% (Namenaktie) zu. Zugpferde waren auch Kühne + Nagel (+12,6%) und Vifor Pharma (+15,4%). Kleinere Werte wie VAT und insbesondere AMS trugen mit grossen Avancen das Ihre zur Gesamtperformance bei.

Wie geht es nun weiter? Hüsler verweist auf die Sektorrotation der letzten zwei, drei Wochen. Investoren trennten sich von defensiven Titeln wie Nestlé, die zuvor von Rekord zu Rekord geeilt sind, und kauften dafür konjunktursensitivere zyklische Aktien. Im SMIM haben das etwa Barry Callebaut oder PSP Swiss Property negativ gespürt. Kursavancen verzeichneten zuletzt unter anderen Ems-Chemie, VAT, AMS und Logitech.

Auch Clariant erholten sich nach dem einstweiligen Platzen des Deals mit Ankeraktionär Sabic und mässigen Halbjahreszahlen. «Finanz und Wirtschaft» hatte die Spezialitätenchemieherstellerin wegen der Hoffnung auf eine «neue Clariant» in die Top 5 aufgenommen. Das kommt nun nicht wie vorgesehen voran, weshalb sie gegen Logitech ausgetauscht wird.

Die Herstellerin von Zubehör für Computerspiele, Telekonferenzen und von Bluetooth-Lautsprechern ist in strukturell wachsenden Märkten positioniert. Die sollten sich gut halten, auch wenn sich die Konjunktur weiter eintrübt. Mit einem für 2020 geschätzten KGV von 18 sind Logitech nicht zu teuer und bieten Aufwärtspotenzial.

Unsichere Konjunktur

Hinter der Sektorrotation stehen aufgehellte Perspektiven bei mehreren Sorgenthemen wie dem amerikanisch-chinesischen Handelsstreit, den Protesten in Hongkong, in Bezug auf einen harten Brexit oder die italienische Haushaltspolitik.

Die grosse Unbekannte bleibt die Konjunktur. Hier hat sich wenig verändert. Die Industrieindikatoren verschlechtern sich. Die Befürchtung einer Rezession ist nicht vom Tisch, für die meisten Analysten aber nicht das Hauptszenario. Behalten sie recht, sieht Hüsler weiteren Rückenwind für zyklische Titel.

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