Getestet

Microsoft Group Transcribe

Es gibt viele Gelegenheiten, bei denen man eine Mitschrift braucht: beim Gespräch mit Mandanten, bei der Arbeit im Operationssaal oder als Journalist, natürlich. Bisher waren Lösungen, um das gesprochene Wort in das geschriebene zu bringen, nicht nur teuer, sondern auch fehleranfällig. Eine Genauigkeit von 95%, auf die es Profisoftware noch vor wenigen Jahren brachte, heisst es eben auch, dass fünf von hundert Wörtern falsch sind. Mindestens. Umso interessanter ist die App Group Transcribe, mit der sich erstaunlich professionell arbeiten lässt. Und das noch umsonst.

Die App gibt es bislang nur für Apple-Geräte. Bei der Softwarepolitik des Konzerns ist es wahrscheinlich, dass Android-Geräte bald unterstützt werden. Offiziell handelt es sich um ein Garagenprojekt, das klingt cooler als Beta-Programm. Die App richtet sich an Menschen mit Handicap – Taube oder Schwerhörige etwa. Sie lässt sich wunderbar aber auch im Arbeitsalltag gebrauchen. Denn bei der Entwicklung hatten die Microsoft-Ingenieure die einfache Bedienbarkeit im Hinterkopf. Mit nur einem Tastendruck startet die App und lauscht – und das bereits in mehr als achtzig Sprachen.

Das Transkribieren des Gesagten klappt sehr gut, getestet in Englisch und Deutsch. Das Übersetzen harzt. Im Prinzip lässt sich in Group Transcribe die eigene Muttersprache einstellen, das Programm macht simultan den Dolmetscher. Auch möglich: Andere können sich in die App einwählen. Die Software erkennt ­verschiedene Sprecher, so lassen sich einfach Protokolle von Meetings erstellen.

Als Nutzer eines Garagenprojekts muss man hin und wieder Geduld mitbringen. So endet die Mitschrift nach einer halben Stunde. Genug geredet. Dann muss eine neue Sitzung gestartet werden. Dennoch lohnt sich ein Blick auf das Programm, das in vielen Arbeitssituationen den Alltag erleichtert. Und das Ganze auch noch umsonst. Danke, Microsoft.

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