Dossier-Bild Ein Artikel aus dem Dossier Nachhaltig investieren
Unternehmen / Konsum

Grünes Essen ist mehr als nur Beilage

Mit Tofu-Schnitzeln und Gemüse-Burgern geben sich viele Nahrungsmittelhersteller einen nachhaltigen Anstrich. Doch Anleger sollten wählerisch sein.

«Fett zweistellig.» So beschreibt Nestlé-CEO Mark Schneider die Wachstumsraten von Herstellern pflanzlicher Fleischersatzprodukte. Der milliardenschwere Nahrungsmittelmulti beackert diesen Boommarkt genauso wie Miniplayer. Gemeinsam sind sie Teil einer Nahrungsmittelrevolution, die den ökologischen Fussabdruck der Ernährung verkleinern soll.

Denn die Lebensmittelindustrie ist einer der grössten CO2-Verursacher. Je nach Schätzung gehen rund 15% des globalen Treibhausgasausstosses aufs Essen und Trinken zurück. Dabei ist vor allem die Herstellung bedeutend, besonders schmutzig sind tierische Produkte. Die Umweltorganisation WWF rechnet vor: Ein Kilo Schweinefleisch verursacht gleich viel CO2 wie achtzig Kilo Kartoffeln. Vollmilch belastet das Klima doppelt so stark wie Sojamilch. Wer also klimafreundlicher leben will, muss auch beim Ernährungsstil den Hebel ansetzen (vgl. Grafik 1).

Ein gefundenes Fressen

Die Umweltverträglichkeit ist nur ein Grund, weshalb vegetarische Produkte einen Nachfrageschub erleben. Weitere Treiber zu mehr grünem Essen seien ein gestiegenes Bewusstsein für die eigene Gesundheit und das Tierwohl, schreibt die Bank ING in einer Analyse. Das ist ein gefundenes Fressen für die Hersteller von Fleischersatz. Laut Daten des Marktforschungsunternehmens Euromonitor International wird dieser Markt zwischen 2019 und 2024 um 34% wachsen. Die dann erreichten 25 Mrd. $ würden 13% der Fleischindustrie entsprechen (vgl. Grafik 2). Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?

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