Grün ist die Farbe des Propheten. Diese jungen Frauen flanieren durch ein Pop-up-Museum in Tel Aviv. Vielleicht empfinden sie die Lichtinstallation als sinnbildlich: Israeli, umringt von einem Kranz islamischer Länder. Diese Lage ist nicht mehr so bedrohlich wie ehedem – Grün ist auch die Farbe der Hoffnung. Seit längerem schon unterhält Israel eher förmliche diplomatische Beziehungen zu den einstigen Kriegsgegnern Ägypten und Jordanien. 2020 anerkannten zudem die Vereinigten Arabischen Emirate, Sudan, Marokko und Bahrain den jüdischen Staat. Die USA unter dem damaligen Präsidneten Donald Trump wirkten mit Nachdruck auf diese Normalisierung hin. Das Misstrauen arabischer Staaten gegen den Iran hilft mit, den Feind dieses Feindes, Israel, zum Freund zu machen. Katar, Kuwait und Oman beobachten den Prozess mit Wohlwollen, wägen jedoch noch Chancen und Risiken ab. Der grosse Stolperstein ist und bleibt die ungelöste Palästinafrage. Die Krönung wäre eine Verständigung Israels mit Indonesien, dem Land mit der grössten muslimischen Bevölkerung, und Saudi-Arabien, der Heimstatt Mekkas und Medinas – und der grünen Flagge mit dem Schriftzug des islamischen Glaubensbekenntnisses.