Unternehmen / Energie

Gurit will Einheitsaktie einführen

Der Spezialkunststoffhersteller schreibt massiv weniger Umsatz im Jahr 2021. Er strebt einen Aktiensplit an.

(AWP) Der Spezialkunststoff-Hersteller Gurit hat im vergangenen Geschäftsjahr deutlich weniger Umsatz erzielt als noch im Jahr 2020. Grund für den Rücksetzer war die Flaute im Windenergie-Geschäft, wo Gurit weitaus am meisten an Umsatz einnimmt. Derweil will der Verwaltungsrat einen Aktiensplit durchführen und eine Einheitsnamenaktie lancieren.

Der Nettoumsatz der von der Gurit-Gruppe fortgeführten Geschäfte sank im vergangenen Geschäftsjahr um 19 Prozent auf 467,9 Mio. Fr., wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Um Währungseinflüsse bereinigt betrug der Rückgang knapp einen Fünftel.

Damit hat Gurit mit den noch ungeprüften Zahlen die Vorgaben von Analysten (AWP-Konsens: 461 Mio. Fr.) und zugleich die zweimal gesenkte eigene Guidance übertroffen. Gurit hatte die Vorgabe für den Umsatz zunächst im Juni von 530-580 Mio. Fr. auf 500 Mio. Fr. und später im Oktober auf 460 Mio. Fr. reduziert.

Wenig nachgefragte Windrotorblätter

Eine Belastung sei die weltweit rückläufige Nachfrage nach Windrotorblättern gewesen, begründete Gurit den Umsatzrückgang. Zudem hätten die rückläufigen Verkäufe und tieferen Preise im Balsageschäft auf die Geschäftsentwicklung gedrückt. Immerhin sei man in den Marine- und Industriemärkten zweistellig gewachsen.

Im grössten Bereich Composite Materials sank der Umsatz um 20% auf 221,8 Mio. Fr., bei Kitting um 18 Prozent auf 185,5 Mio. Fr. und bei Tooling gar um 26% auf 73,2 Mio. Fr. Die kleinste Sparte Aerospace hielt den Umsatzrückgang mit 4,6% auf 30,1 Mio. Fr. in Grenzen.

Zu den Erwartungen an die Profitabilität schrieb Gurit in der Medienmitteilung nichts. Bislang hatte das Management eine Betriebsgewinnmarge von rund 5% und um Einmalkosten bereinigt im Bereich von 6 bis 8% erwartet. Detailliert über die Ergebnisse berichten will Gurit am 1. März.

«One Share, One Vote» sowie Aktiensplit geplant

An der nächsten Generalversammlung vom 20. April will der Verwaltungsrat den Weg für die Einführung einer Einheitsnamenaktie nach dem Prinzip «One Share, One Vote» ebnen. Die neue Struktur soll die Corporate Governance stärken und gleiche Stimmrechte für alle Aktionärinnen und Aktionäre sicherstellen.

Bedeutende Namenaktionäre hätten sich dazu bereit erklärt, auf ihre Stimmrechtsprivilegien zugunsten der neuen Einheitsaktienstruktur ohne Entschädigung zu verzichten, hiess es. Ihre Stimmrechte werden sich den Angaben zufolge nach Einführung der Einheitsnamenaktie von heute 36,4 auf 10,3% reduzieren.

Weiter gab Gurit bekannt, dass der Handel mit den börsenkotierten Inhaberaktien vereinfacht werden soll. Dazu werde man die Inhaberaktien im Verhältnis von 1:10 splitten. Von der Aktion betroffen seien die 420’000 Inhaberaktien mit einem Nennwert von je 50 Fr. , der künftig noch 5 Fr. betragen werde.

Gleichzeitig wird auch für die nicht an der Börse gehandelten Namenaktien ein Aktiensplit im Verhältnis von 1:2 ins Auge gefasst. Sofern die Generalversammlung den Vorschlägen zustimmt, würden die Aktiensplits Anfang Mai 2022 umgesetzt und gemeinsam mit der Einführung der Einheitsnamenaktie in Kraft treten.

Nach all den Umstellungen wird sich das Aktienkapital von Gurit den Plänen zufolge aus 4,68 Mio. Namenaktien im Nennwert von je 5 Franken zusammensetzen und auf insgesamt 23,4 Mio. Fr. belaufen. Dabei würden sämtliche Aktien an der Schweizer Börse SIX Swiss Exchange kotiert und handelbar sein.

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