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Gute Aussichten auf positive Währungseffekte

Nach dem Euro erstarkt sukzessive auch der Dollar zum Franken. Das verleiht Schweizer Unternehmen Schwung.

Zuerst der Euro, dann der Dollar. Zum Franken erreichte der Euro im April mit 1.20 Fr. je Euro das Niveau, das er hatte, bevor die SNB (SNBN 6120 1.66%) im Januar 2015 den Euromindestkurs aufhob. Der Dollar ist zum Franken jüngst ebenfalls gestiegen und hat in der abgelaufenen Woche die Parität erreicht. Das hilft in der Tendenz vielen Schweizer Gesellschaften.

Jene Unternehmen, die stark im Euroraum präsent sind, haben im ersten Vierteljahr von der Abschwächung des Frankens zum Euro bereits profitiert. Der Euro lag zum Franken im Schnitt fast 9% über dem Niveau des Vorjahresquartals. Entsprechend gab es positive Wechselkurseffekte der einschlägigen Unternehmen. Je nach Aufteilung des Kostenblocks in der Schweiz und der Einnahmen im Euroraum wurden mehr oder weniger stark positive Effekte verbucht.

Die Voraussetzung, dass es im zweiten Quartal ähnlich aussieht, ist gegeben, das zweite Quartal 2017 war von einer weitgehend stabilen Entwicklung des Währungspaars Euro-Franken geprägt, mit Kursen von unter 1.10 Fr. je Euro. Tendiert nun der Wechselkurs bis Ende Juni seitwärts, wird es auch im zweiten Vierteljahr bei den einschlägigen Unternehmen zu positiven Effekten kommen. Im zweiten Halbjahr wird der Effekt bei einem angenommenen Kurs von 1.20 Franken je Euro sukzessive abnehmen.

Etwas anders sieht es beim Dollar aus. Die US-Währung hat sich zum Franken erst in den letzten Wochen, also im zweiten Quartal, auf das Niveau des Vorjahres aufgerappelt. Im ersten Quartal lag der Dollar zum Franken im Schnitt noch rund 5,5% unter dem Niveau des Vorjahresquartals. Schweizer Unternehmen mit hohem Anteil der Einnahmen in Dollar und hohem Kostenblock in Franken haben im ersten Quartal daher negative Effekte zu verbuchen. Seit Quartalsbeginn aber hat sich die Lücke geschlossen.

Nun kommt es darauf an, wie sich die Währungen der Schweiz und der USA weiter entwickeln. Für das zweite Quartal könnten insgesamt leicht positive Effekte entstehen. Für das zweite Halbjahr ebenso. Der Wechselkurs des Frankens lässt sich weder zum Euro noch zum Dollar vorhersagen. Die Chancen sind aber intakt, dass Schweizer Unternehmen im Gesamtjahr eher positive als negative Währungseffekte verbuchen können.

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