Gäbe es den Weltmeistertitel für verschrobene Ortsnamen – er gebührte «Saint-Louis-du-Ha! Ha!», in Kanadas Hinterland. Vielmehr: in Quebec. Dort scheint der Drang erneut zu erwachen, aus dem Bundesstaat auszuscheiden. In den kanadischen Unterhauswahlen im Oktober hat der separatistische Bloc Québécois klar hinzugewonnen. Die Partei, die nur in dieser Provinz antritt, hält jetzt 32 der 78 Quebecer Sitze im Parlament in Ottawa, nach bloss zehn in der vorherigen Legislaturperiode. Ein knappes Drittel der Bevölkerung hat den Bloc gewählt, der die staatliche Souveränität Quebecs zwar als Fernziel anstrebt, jedoch gemässigt und geduldig auftritt. 1995 lehnte die – keineswegs durchs Band frankophone – Bevölkerung der Provinz die Trennung von Kanada mit 50,6% knapp ab; in einem ersten Referendum, 1980, stimmten noch 60% dagegen. Mitunter fragt es sich – nicht nur in Kanada –, ob regionale Autonomieansinnen immer eisern ernst gemeint sind oder ob sie nicht eher als bauernschlauer Vorwand dafür dienen, dem Zentralstaat Macht und Moneten abzunötigen: durchaus ein Geschäftsmodell für gerissene Berufspolitiker. Hand aufs Herz – stattdessen lieber eine isolierte, ärmliche République du Québec? Ha! Ha! (Bild: Walter Bibikow/Mauritius Images/Keystone)