Meinungen

Hamers’ Chance

Der designierte UBS-Chef kann mit den Lohnexzessen seines Vorgängers brechen. Wenn er denn will und man ihn lässt. Ein Kommentar von FuW-Redaktor Valentin Ade.

«Erliegt er der Verlockung des Mammons, oder setzt ihm die falsche Anspruchshaltung in der Bank Grenzen?»

UBS (UBSG 8.946 -1.37%) hat sich selbst entlarvt. Seit Jahren versuchen uns Verwaltungsräte und Topmanager der Grossbanken zu erklären, wieso sie die überrissenen Millionensaläre wert seien, die sie sich nach Vorgaben, die kein Mensch versteht, gegenseitig zusprechen. Währenddessen enttäuschen die Geschäftszahlen und lahmen die Aktienkurse.

Und dann stellt UBS-Präsident Axel Weber diese Woche den Nachfolger für CEO Sergio Ermotti vor: Ralph Hamers, laut Weber der beste Kandidat für den Job. Hamers’ niederländische ING ist eine der effizientesten und rentabelsten Grossbanken Europas. Und welchen Überlohn erhielt er für seine Glanzleistung? 1,75 Mio. €. Zum Vergleich: Ermotti bekam zuletzt 14,1 Mio. Fr. Bessere Ergebnisse bekommt man also doch für weniger, Herr Weber. Welche Taten soll der Tessiner auch bitteschön erbracht haben, damit er in zwölf Monaten so viel verdient wie der Durchschnittsbüezer nicht in 180 Jahren?

Hamers bietet sich jetzt eine einmalige Chance. Er könnte ein Zeichen setzen und bei UBS Schluss machen mit der Ära der Fabellöhne, für die in der Gesellschaft keinerlei Verständnis mehr besteht. Was wäre das für ein Signal! Die Frage ist, ob er denn will und ob man ihn lässt. Erliegt er der Verlockung des Mammons, oder setzt ihm die falsche Anspruchshaltung in der Bank Grenzen? Die Diskussion über die Managerlöhne wird jedenfalls weitergehen. UBS veröffentlicht ihren Vergütungsbericht kommenden Freitag, CS Ende März. Eine Garantie schon vorneweg: Bescheidener dürften die Herren an der Spitze nicht geworden sein.

Leser-Kommentare

Markus Fischer 21.02.2020 - 18:48
Sehr guter Kommentar, denn diese überrissenen Vergütungen der letzten Jahre insbesondere in den Topmanagements sind in kleinster Art und Weise mit den erwirtschafteten Erträgen zu vereinbaren. Darunter litt die Profitabilität, dadurch der Aktienkurs und schlussendlich das Anlegervertrauen wie die lächerlich tiefe Kapitalisierung (CHF 43 Mrd.) für den weltgrössten Vermögensverwalter mit Assets von $ 2.5 Bio. aufzeigt. Dass dabei die Aktie… Weiterlesen »