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Hand in Hand: Notenbanken und Staaten

Währungshüter fordern bessere Abstimmung der Fiskal- und Geldpolitik: Regierungen müssten mehr zum Wirtschaftswachstum und zum Inflationsziel beitragen.

Mit der Nominierung der französischen Ex-Politikerin Christine Lagarde für die Spitze der Europäischen Zentralbank rückt eine Frage in den Blickpunkt, die Ökonomen und Anleger gleichermassen bewegt: Sollen in Zeiten weltweit niedriger Zinsen die Regierungen mit ihren Ausgaben stärker beitragen, das Wachstum zu stützen? Beobachter erwarten, dass die Französin, die aktuell noch den Internationalen Währungsfonds (IWF) leitet, eine Brückenbauerin sein könnte zwischen der unabhängigen Geldpolitik der EZB und der Fiskalpolitik der Regierungen im Euroraum.

Vermittlungsversuche Lagardes könnten zum Beispiel nützlich sein, wenn es darum geht, dass ein nennenswertes Zentralbudget der Euromitgliedsländer in schlechten Zeiten die Wirtschaft anschiebt. Es geht jedoch auch um einzelne Staaten, die noch genügend Spielraum bei ihren Ausgaben haben. Erst diese Woche warnte der IWF in einem Bericht zur Eurozone davor, dass die nominal sinkenden Staatsschulden Deutschlands in den nächsten Jahren die Renditen von Bundesanleihen weiter herabdrücken könnten, was auf lange Sicht eine Normalisierung der Geldpolitik komplizierter mache.

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