Märkte / Makro

«Handelsstreit könnte die USA teuer zu stehen kommen»

Laut Raghuram Rajan, ehemaliger Chefökonom des IWF und Gouverneur der indischen Notenbank, geht es Washington darum, Peking zu Verhandlungen zu bewegen.

Das grosse Ungleichgewicht im Handel zwischen den USA und China hat jüngst an den globalen Finanzmärkten für erhebliche Unruhe gesorgt. Doch der Handelszwist muss nach Meinung von Raghuram Rajan, dem ehemaligen Gouverneur der indischen Notenbank, trotz der von beiden Seiten angekündigten Sanktionen nicht unweigerlich zu einem Handelskrieg eskalieren. Rajan sieht in den von Washington auf chinesische Einfuhren verhängten Strafzöllen trotz des rauer gewordenen Tons in erster Linie die Erfüllung von Wahlversprechen, wie er am Rande einer Konferenz gegenüber FuW ausführte.

Kurzfristig gehe es vor allem darum, das Defizit der USA im Handel mit China zu reduzieren und so den laufenden Strukturanpassungsprozess zu verlangsamen. Doch dieses politische Ziel könnte die USA teuer zu stehen kommen. «US-Unternehmen verstehen, dass die Kosten für die Erhaltung von Arbeitsplätzen sehr hoch sind», sagt Rajan. Deshalb seien die von Washington auferlegten Strafzölle in den USA auf erheblichen Widerstand gestossen.

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