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Harald Uhlig: Wenn ein Top-Ökonom seine Mitte verloren hat

Der deutsche Professor äussert sich herablassend über die Protestbewegung gegen Rassismus. Kollegen fordern, dass er einen wichtigen Herausgeberposten aufgibt. 

In der deutschsprachigen Öffentlichkeit ist Harald Uhlig zuletzt mit Ideen aufgefallen, wie sich die Wirtschaftskrise lindern lässt. In den USA aber, wo der deutsche Ökonomieprofessor an der Universität von Chicago lehrt, wirbelt er gerade seine Zunft auf. Anlass sind die Proteste, die die Tötung des schwarzen Amerikaners George Floyd durch weisse Polizisten ausgelöst hat. Sie wühlen auch die Volkswirte auf. Jemanden wie Uhlig so sehr, dass er sich in den Augen seiner Kollegen um Kopf und Kragen redet.

Prominentes Beispiel ist, wie die «New York Times» berichtet, die frühere Chefin der US-Zentralbank Federal Reserve. Janet Yellen sagt, die Tweets und Blogbeiträge von Uhlig seien äusserst beunruhigend. «Es wäre angemessen, wenn die Universität von Chicago, die das ‹Journal of Political Economy› herausgibt, Uhligs Leistung und Eignung überprüft, als Herausgeber fortzufahren.»

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Leser-Kommentare

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Jean Ackermann 15.06.2020 - 17:37
Bei einem Ökonomen zählt für mich in allererster Linie seine wissenschaftliche Qualifikation. Seit einiger Zeit kann man aber mit Erschrecken feststellen dass für bestimmte Gesellschaftsschichten die “political correctnis” als unendlich viel wichtiger erscheint als eine kritische Sicht der Dinge. Dieses Phänomen kann man vor allem konstatieren seit die Politik und die Nationalbanken die vollständige Kontrolle über des ganze wirtschaftliche und… Weiterlesen »
Marc Raggenbass-Metayer 15.06.2020 - 19:21
In einer lebendigen und offenen Demokratie muss die freie Meinungsäusserung auch wenn sie nicht dem “main stream” entspricht, gewährleistet sein. Eine Bewegung, Organisation zu kritisieren bzw. sich damit kritisch auseinanderzusetzen gehört zur freien Meinungsäusserung. Wir gehen einen sehr gefährlichen Weg in Richtung Lynchjustiz, wenn Andersdenkende aufgrund ihrer Meinung in social media mit shit storms übersäht werden. Willfähige Unternehmen und Arbeitgeber… Weiterlesen »
Peter W. Ulli 15.06.2020 - 21:27
Alle Leben sind wichtig, ob Schwarz, Weiss oder Gelb sollte keinen Unterschied machen. Ich möchte jedenfalls in den USA sicher nicht Polizist sein. Habe über 20 Jahre in Nordamerika gearbeitet und gelebt, und immer wieder gesehen wie schnell Polizisten von Bürgern erschossen werden. Es ist traurig zu sehen wie einseitig die Medien die Ausgewogenheit vernachlässigen oder mit Füssen treten .… Weiterlesen »
Daniel Haase 15.06.2020 - 23:20
Worin besteht der Sinn von Meinungsfreiheit / freedom of speech, wenn nicht eben genau darin, der Mehrheitsmeinung / der Political correctness zu widersprechen und den Anhängern der (gerade) herrschenden Meinung genau jene Dinge zu sagen, die sie nicht hören wollen? Kann es sein, dass sich die Definition von “freedom of speech” im Westen sukzessive derjenigen von Idi Amin (Diktator von… Weiterlesen »