Unternehmen / Finanz

Hat Julius Bär zu wenig versprochen?

Analyse | Schon zur Halbzeit scheinen die Ziele der Strategieperiode erreicht. Anleger und Analysten werden zappelig.

«Ich habe heute etwas Ungeduld gespürt», sagt Philipp Rickenbacher. Bei der Präsentation der Halbjahreszahlen musste der CEO der Privatbank Julius Bär gleich mehrfach begründen, weshalb er eineinhalb Jahre nach Start seiner Strategie weder die Ziele anpassen noch höhere Ausschüttungen konkretisieren will.

Dabei, so Rickenbacher im Gespräch mit FuW, habe der Markt im Februar 2020 nicht antizipiert, dass Julius Bär die damals ausgegebenen Ziele erreiche. Tatsächlich hat die Bank aufgrund der Marktturbulenzen seitdem konstant übererfüllt – und damit die Analystengemeinde nicht etwa befriedigt, sondern vielmehr den Ruf nach mehr geschürt. Tatsächlich gaben die Aktien nach der Publikation erst etwas nach, bevor sie sich in einem leicht positiven Markt wieder auf den Schlusskurs vom Vortag einpendelten.

Mehrere Rekorde

Dabei zeigt die Präsentation vom Mittwoch vor allem, dass man bei Julius Bär Nägel mit Köpfen gemacht hat: Während der Coronamarkt mit steigenden Kursen und viel Handelsaktivität Rückenwind bot, wurden Kosten reduziert, ein neues Anreizsystem für Kundenberater eingeführt und Massnahmen zur Ertragssteigerung ergriffen. Zu Letzteren gehört auch der Kauf des Immobiliendienstleisters Kuoni Mueller & Partner, der am Mittwoch kommuniziert wurde. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?