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Hausdurchsuchung bei der Deutschen Bank

Die deutsche Staatsanwaltschaft durchsucht die Geschäftsräume des Instituts. Grund seien Ermittlungen wegen des Verdachts der Geldwäsche.

(Reuters) Razzia bei der Deutschen Bank: Die Staatsanwaltschaft Frankfurt und das Bundeskriminalamt haben am Donnerstag Geschäftsräume des grössten heimischen Geldhauses durchsucht. Grund seien Ermittlungen wegen des Verdachts der Geldwäsche, teilte die Staatsanwaltschaft Frankfurt mit.

Etwa 170 Beamte der Staatsanwaltschaft, des Bundeskriminalamts, der Steuerfahndung und der Bundespolizei durchsuchten seit dem Morgen sechs Objekte in Frankfurt, Eschborn und Gross-Umstadt. Die Ermittlungen richten sich den Angaben zufolge gegen zwei Mitarbeiter im Alter von 46 und 50 Jahren sowie andere bislang nicht identifizierte Verantwortliche des Unternehmens.

Beim Hauptquartier des Instituts in der Frankfurter Taunusanlage waren am Vormittag mindestens zehn Mannschaftswagen der Bundespolizei zu sehen, zudem mehrere Zivilfahrzeuge mit Blaulicht. Die Deutsche Bank (DBK 7.644 -0.21%) erklärte, sie arbeite vollumfänglich mit den Behörden zusammen.

Die für die Aufsicht über die Deutsche Bank zuständige Europäische Zentralbank (EZB) wollte die Razzia bei dem Institut nicht kommentieren. Auch die in Bonn ansässige Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) wollte keinen Kommentar zu der Durchsuchung abgeben.

Die Aktien des immer wieder von Rechtsverstössen gebeutelten Instituts gingen auf Talfahrt: Sie verloren binnen weniger Minuten fast 5% an Wert. «Das bedeutet einen immensen Vertrauensverlust und kann sehr teuer werden für die Bank», sagte ein Aktienhändler.

Mindestens zwei konkrete Verdachtsfälle

Nach einer Auswertung des beim Bundeskriminalamts vorliegenden Datenbestandes der sogenannten «Offshore-Leaks» und «Panama Papers» habe sich der Verdacht ergeben, dass die Deutsche Bank Kunden bei der Gründung von Offshore-Gesellschaften in Steuerparadiesen behilflich war, hiess es bei der Staatsanwaltschaft.

Dabei seien Gelder aus Straftaten auf Konten der Deutsche Bank transferiert worden, ohne dass die Bank Geldwäscheverdachtsanzeigen erstattete. Über eine zum Konzern gehörende Gesellschaft mit Sitz auf den Britischen Jungferninseln sollen allein im Jahr 2016 über 900 Kunden mit einem Geschäftsvolumen von 311 Mio. € betreut worden sein.

Deutsche Bank zeigt sich derweil bereit, eng mit der deutschen Staatsanwaltschaft kooperieren zu wollen, «da auch uns daran gelegen ist, alle Verdachtsmomente aufzuklären», schreibt sie in einem Statement. «Wir waren der Ansicht, dass wir den Behörden alle relevanten Informationen zu den Panama Papers bereitgestellt hatten», heisst es weiter.

Bei den sogenannten «Panama Papers» handelt es sich um vertrauliche Unterlagen, die ein internationales Recherchenetzwerk im Frühjahr 2016 aufgedeckt hatte. Darin wurde enthüllt, wie Politiker, Sportfunktionäre, Milliardäre, Prominente und Kriminelle weltweit von der panamaischen Kanzlei Mossack Fonseca gegründete Briefkastenfirmen in Panama nutzen, um Steuern in ihren Heimatländern zu umgehen. Im Sommer 2017 teilte das Bundeskriminalamt (BKA) mit, im Besitz der Dokumente zu sein und diese auszuwerten.

Immer wieder im Fadenkreuz

Die Deutsche Bank stand schon öfter im Fokus der Ermittler. In den vergangenen Jahren fanden mehrfach Razzien bei dem Institut statt. 2015 beispielsweise waren die Frankfurter Doppeltürme – die Zentrale der Deutschen Bank – wegen des Verdachts der Beteiligung an Steuertricksereien durchsucht worden.

Vorwürfe, die Bank haben sich in puncto Geldwäsche- und Geldwäscheprävention nicht immer korrekt verhalten, sind nicht neu. Erst im September hatte die Finanzaufsichtsbehörde BaFin einen Aufpasser bei dem Institut installiert, weil sie unzufrieden war mit den Kontrollmechanismen – ein bis dato einmaliger Vorgang.

Zuletzt war die Bank auch im Zusammenhang mit dem Geldwäscheskandal bei der Danske Bank (DANSKE 18 -1.93%) ins Fadenkreuz geraten. Sie war bis 2015 als sogeannte Korrespondenzbank für die Dänen tätig. Über ihre Systeme sollen rund 150 Mrd. € an verdächtigen Geldern abgewickelt worden sein.

In dem Fall hat sich das Frankfurter Haus auf den Standpunkt gestellt, man habe keine Kenntnis der Danske-Kunden und ihrer Maschenschaften gehabt und auch nicht haben müssen. Nicht erst seit diesem Fall steht die zuständige Vorständin, Sylvie Matherat, in der Kritik.

Zuletzt war in einem Medienbericht über ihre vorzeitige Ablösung spekuliert worden. Der für Geldwäsche-Prävention zuständige Manager Philipp Vollot hat die Bank im Oktober verlassen und – ausgerechnet – bei der Danske Bank angeheuert.

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