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Hedge Funds fehlt es in der Schweiz an Fans

Jeder dritte Asset-Manager hat aktiv investierende Hedge Funds im Sortiment. Doch die unkonventionellen Fonds binden nur 3% der Anlagesumme.

Hedge Funds polarisieren. Die Fonds platzieren Kundengelder unkonventionell an den Finanzmärkten. Sie arbitrieren innerhalb der Marktsegmente, sind im hektischen Tageshandel auf Preisdifferenzen aus oder fahren Trittbrett, sobald sie einen Börsentrend erkannt haben wollen. Und ihre Gebühren sind hoch – oft 2% oder mehr des Vermögens.

Viele Anleger halten sich deshalb von Hedge Funds fern. An der Schweizer Börse hält dennoch mit Castle Alternative Invest eine seit 1997 bestehende Investmentgesellschaft die Stellung. Mit GAM und LumX Group sind zudem zwei spezialisierte Vermögensverwalter am Börsentableau. Beide stecken jedoch in Schwierigkeiten.

Am Schweizer Finanzplatz stecken über alles betrachtet 3400 Mrd. Fr. in Kollektivanlagen oder Verwaltungsmandaten, wie der Branchenverband Swiss Banking im Dezember bekannt gab. Vizedirektor August Benz strich damals hervor, die Verzahnung der Kompetenzen für institutionelle Gelder und Vermögen von Privaten zahle sich aus.

Am 20 Mrd. Fr. Gebührentopf

In der Branchenstudie fällt auf, dass zwar 30% der erfassten Investment Manager für private wie institutionelle Gelder die Anlageklasse Hedge Funds im Sortiment führen. Doch in der Aufteilung der betreuten Anlagevermögen haben Hedge Funds nur 3% Anteil. Dominierend sind Aktien- und Obligationenanlagen sowie Mischvermögen. Die Gesamteinnahmen der hiesigen Vermögensverwalter sind gemäss Swiss Banking allein von 2016 auf 2017 um 3 Mrd. auf 20 Mrd. Fr. gestiegen.

Mit Vermögensverwaltung ist ein Drittel des Personals des Bankensektors beschäftigt. Nichttraditionelle Anlageklassen sind gemäss Swiss Banking wenig verbreitet, weil Anleger in der Schweiz sie oft als komplex oder unerprobt empfänden.

Zu den bedeutenden Hedge-Funds-Managern Europas gehören gemäss der Auflistung des Netzwerks Preqin die britische Man Group, die 65 Mrd. $ in solchen Produkten verwaltet, sowie GAM mit 21 Mrd. $ (Zahlen 2017). Man übernahm 2002 die vom Schweizer Financier Rainer-Marc Frey gegründete RMF und ist seither im schwyzerischen Pfäffikon mit einem Teil der Belegschaft präsent.

Pfäffikon und Genf fallen auf

Aus der steuergünstigen Gemeinde am Zürichsee operiert auch LGT Capital Partners, die zum Finanzarm des liechtensteinischen Fürstenhauses gehört und die kotierte Castle Alternative Invest verantwortet. Der zweite schweizerische Knotenpunkt für Hedge Funds liegt in Genf, wo u.a. die privat kontrollierten Investmentfirmen UBP und Unigestion operieren.

Global summieren sich die Hedge Funds anvertrauten Gelder gemäss Preqin auf 3500 Mrd. $. 2016 hatten Anleger 110 Mrd. abgezogen, im Jahr darauf jedoch 50 Mrd. $ einbezahlt. Für 2018 liegen noch keine Angaben zum Geldfluss vor. Vor Jahresfrist waren 1054 Mrd. $ in Fonds mit Makrostrategien investiert. Auf 894 Mrd. stellten sich Fonds mit aktienbezogenen Anlagestrategien. Weitere 354 Mrd. $ waren in Arbitrage-Fonds gebündelt.

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