Märkte / Rohstoffe

Heisser Kampf um Eisenerz

Chinas Stahlproduktion läuft auf Hochtouren. Die rege Eisenerznachfrage treibt die Preise und verschärft die Spannungen zwischen China und Australien.

Die rasche Wirtschaftserholung im rohstoffhungrigen China hat die Industriemetalle beflügelt. Der S&P GSCI Industrial Metals Index, der die Entwicklung der Preise von fünf der wichtigsten Rohstoffe wie Kupfer oder Nickel abbildet, liegt gegenüber dem Coronatief von März 2020 mehr als 80% im Plus. Deutliche Gewinne haben auch die Notierungen von Eisenerz erfahren, das schwergewichtig zur Herstellung von Stahl gebraucht wird: Trotz der jüngsten Korrektur bewegen sich die Preise gegenüber dem Vorjahrestief mehr als 150% im Plus.

Die schnelle Gesundung der chinesischen Volkswirtschaft ist unter anderem den staatlichen Stützungs- und Infrastrukturprogrammen zu verdanken, die sich noch immer in einer regen Bautätigkeit und einem hohen Stahlbedarf manifestieren. Gemäss Daten des nationalen Statistikbüros markierte die chinesische Stahlproduktion im April mit 97,9 Mio. Tonnen einen neuen Rekordwert. Damit ist das Reich der Mitte auf bestem Weg, im laufenden Gesamtjahr das Höchst von 1,05 Mrd. Tonnen aus dem vergangenen Jahr zu übertreffen.

Angst vor einer Überhitzung

Dennoch dürfte der Höhenflug der Eisenerzpreise ein Ende gefunden haben. Denn angesichts der brummenden Wirtschaft haben sich die Prioritäten in Peking verschoben. Nicht mehr die Stimulierung über geld- und fiskalpolitische Massnahmen steht nun im Vordergrund, sondern die Angst vor einer Überhitzung. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?