Unternehmen / Immobilien

Hiag kann sich auf Pipeline stützen

Dem Immobilienentwickler wird die Arbeit in den nächsten Jahren nicht ausgehen. In der Pipeline sind Projekte für 2,6 Mrd. Fr.

Das laufende Jahr ist für die Immobiliengesellschaft Hiag (HIAG 104.00 -0.48%) noch ein Zwischenjahr, in dem es Altlasten aufzuräumen gilt. Dann aber kann das Management unter Marco Feusi, CEO seit Anfang Jahr, loslegen.

Hiag verfügt auf den rund vierzig Arealen mit 2,7 Mio. m² Fläche über viel Reserven. Bis 2029 sollen rund sechzig Projekte mit einem erwarteten Investitionsvolumen von 2,6 Mrd. Fr. realisiert werden. Dazu zählen Büro- und Gewerbeprojekte ebenso wie rund 3000 Wohnungen.

Gewichtige Vorhaben in den nächsten Jahren sind Überbauungen in Niederhasli (83 Mio. Fr. Volumen bis 2025) und Cham Nord (zweimal 70 Mio. Fr.).

In Pratteln, wo Hiag nach dem Konkurs des Mieters Rohner Chemie rascher handeln kann bzw. dazu gezwungen ist, werden Studien bis Ende November Aufschluss über Nutzungsmöglichkeiten geben. CEO Feusi geht von 75% Wohnungen auf den 60’000 m² Nutzfläche aus. Die dazu notwendige Umzonung könnte im zweiten Quartal vorgenommen werden.

Leerstand verringern

Feusi bestätigte an der Anlegerkonferenz Investora den Ende August publizierten Ausblick für das laufende Jahr. Der Fall Rohner und die aufgegebene IT-Sparte Hiag Data werden das Ergebnis nochmals leicht belasten. Der Einfluss der Coronapandemie war moderat.

Der Leerstand von 15,5% per Ende Juni soll weiter sinken. Mittelfristig erwartet Feusi eine Leerstandquote von «deutlich unter 12%». Dass mit der Liquidation von Lekkerland ein Grossmieter ausfallen wird, beunruhigt Feusi nicht. Interessenten für das Areal in Brunegg seien vorhanden.

Zudem will Hiag die Dividendenzahlung wieder aufnehmen. Vorgesehen ist eine Ausschüttung, die sich am operativen Ergebnis ausrichtet.

Aktien sind volatil

Die Hiag-Aktien erwiesen sich in den letzten Wochen als volatil. Sie verkehren aktuell mit einem kleinen Aufschlag zum inneren Wert. Der Status Zwischenjahr und die Altlasten spielen dabei eine Rolle.

Für CEO Feusi steht allerdings fest, «dass der Kurs das Potenzial der Projektpipeline nicht korrekt abbildet».