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Hiag kehrt in die schwarzen Zahlen zurück

Die Immobiliengesellschaft kämpft im ersten Halbjahr mit Altlasten und der Krise. Im operativen Geschäft kann sie sich steigern.

(AWP) Auch Hiag (HIAG 102.50 +0.99%) hat im ersten Halbjahr unter der Coronakrise gelitten. Die Immobiliengesellschaft kehrte aber operativ wieder in die Gewinnzone zurück.

Dem Unternehmen machten in der Berichtsperiode noch Altlasten zu schaffen. So sind Folgekosten aus dem Konkurs des Grossmieters Rohner angefallen sowie Wertberichtigungen im Zusammenhang mit dem gescheiterten IT-Projekt der Tochter Hiag Data. Das machte insgesamt 6,2 Mio. Fr. aus, teilte Hiag am Montag mit.

Mieteinbussen kompensiert

Operativ lief es Hiag gut. Das erste Halbjahr schloss der Arealentwickler mit einem Gewinn von 22,1 Mio. Fr. ab, nach einem Minus von 43,4 Mio. im Vorjahreszeitraum. Der Liegenschaftsertrag belief sich auf 29,5 Mio.Fr. und lag damit nahezu auf Vorjahreshöhe.

Die Erträge aus einer im zweiten Halbjahr 2019 in Zürich erworbenen Immobilie sowie aus fertiggestellten Entwicklungsprojekten kompensierten die Ausfälle aufgrund des Rohner-Konkurses und dem Wegzug von Decathlon in Dietikon. Die Leerstandquote sank von 16,2 auf 15,5%.

Die Auswirkungen der Pandemie auf den Liegenschaftsertrag beliefen sich auf 0,8% der annualisierten Einnahmen, die ihrerseits  auf 58,9 Mio. Fr. (+0,3%) beziffert werden. Zudem wurden Mietzinserlasse von 0,1 Mio. Fr. gewährt.

Per Ende Juni setzte sich das Portfolio aus 118 Liegenschaften mit einem um 3,2% gesteigerten Wert von 1,62 Mrd. Fr. zusammen. Wegen neuen Vertragsabschlüssen und Entwicklungsfortschritten betrug der Erfolg aus Neubewertung 17,7 Mio. Fr. Im Vorjahr hatte eine Abwertung von 26,0 Mio. Fr. wegen des Rohner-Konkurses resultiert.

Positiver Ausblick

Hiag erwartet dank der bisher erzielten Vermietungserfolge eine weitere Reduktion der Leerstandquote im zweiten Halbjahr um mindestens 1 Prozentpunkt. Am Ziel einer Steigerung des annualisierten Liegenschaftsertrags für das Geschäftsjahr 2020 wird festgehalten.

Hiag geht davon aus, dass das operative Ergebnis im Immobiliensegment im zweiten Halbjahr den Vergleichswert des ersten Semesters übertreffen wird.

Der Verwaltungsrat hat ausserdem beschlossen, dass sich der Dividendenvorschlag für das Geschäftsjahr 2020 am operativ erwirtschafteten Ergebnis 2020 orientieren soll. Für 2019 hatte Hiag auf eine Ausschüttung verzichtet.