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Hiag zurück auf dem Wachstumspfad

Die Immobiliengesellschaft steigert den Gewinn im ersten Halbjahr deutlich und übertrifft damit die Erwartungen der Analysten.

(AWP) Hiag Immobilien hat im ersten Halbjahr nach einem Übergangsjahr auf den Wachstumspfad zurückgefunden. Im Vorjahr hatten noch Folgekosten aus dem Konkurs des Grossmieters Rohner sowie das gescheiterte IT-Projekt der Tochter Hiag Data belastet. Für CEO Marco Feusi hat sich das Portfolio als «sehr robust erwiesen» und es würden auch weitere positive Neubewertungseffekte erwartet, wie er an einer Telefonkonferenz ausführte.

Der Arealentwickler schloss das erste Halbjahr mit einem Gewinn von 41,9 Mio. Fr. ab, fast doppelt so viel wie im Vorjahr (22,1 Mio.). Dies sei das beste Semesterergebnis seit dem Gang an die Schweizer Börse im Mai 2014, teilte Hiag am Freitag mit. Einen positiven Beitrag von 1,7 Mio. Fr. leistete der Verkauf der kompletten Produktionsanlage der ehemaligen Rohner AG Pratteln.

Der Liegenschaftsertrag stieg 4,0% auf 30,6 Mio. Fr. Die Leerstandquote über das Gesamtportfolio wurde um 2,4 Prozentpunkte auf 10,8% gesenkt, im Bestandesportfolio von 13 auf 9,7%.

Mit den Ergebnissen wurden die Erwartungen der Analysten vor allem in Ebitda und Gewinn deutlich übertroffen.

Portfolio wächst

Die Auswirkungen der Coronapandemie haben sich gemäss der Mitteilung «dank der guten Portfolio- und Mieterdiversifikation» wiederum in Grenzen gehalten. Man habe erneut vereinzelten Mieterin im vom Lockdown besonders betroffenen Gastronomie- und Freizeitbereich Mietzinsreduktion von insgesamt 0,2 Mio. Fr. gewährt.

Per Ende Juni setzte sich das Portfolio aus 118 Liegenschaften mit einem um 8,7% gesteigerten Wert von 1,78 Mrd. Fr. zusammen. Hauptsächlich wegen drei Akquisitionen sowie neuen Vertragsabschlüssen und Entwicklungsfortschritten betrugen die Effekte aus Neubewertungen 32,2 Mio. Fr. nach einer Aufwertung von 17,7 Mio. Fr. im Vorjahr. Alle laufenden Entwicklungsprojekte sind gemäss Feusi im Kosten- und Zeitplan. Die Projektpipeline sei durch die drei jüngsten Zukäufe noch ausgeweitet worden.

Kapitalerhöhung geplant

Zudem beruft der Verwaltungsrat für den 29. September eine ausserordentliche Generalversammlung ein, um eine Kapitalerhöhung genehmigen zu lassen. Konkrete Angaben zur Höhe und weitere Informationen würden mit der Einladung kommuniziert. Der Erlös soll zur Projektfinanzierung, zum Abbau der Verschuldung sowie für Zukäufe verwendet werden. An der Versammlung soll zudem Anja Meyer als zusätzliches Mitglied in den Verwaltungsrat gewählt werden.

Mit Blick auf die geplante Kapitalerhöhung gab sich Feusi recht bedeckt, weitere Details werde es mit der GV-Einladung geben. Fest steht, dass Altaktionäre ein Bezugsrecht erhalten. Ziel ist es, die Eigenkapitalquote (Ende Juni 42,7%) wieder über 50% zu bringen.

Für das zweite Halbjahr strebt Hiag eine Steigerung des vereinnahmten Mietertrags um 3% an, der annualisierte Mietertrag soll 9% steigen. Zudem soll der Leerstand weiter sinken. Weiterhin will das Unternehmen das aktuelle Marktumfeld für gezielte Veräusserungen nutzen.

Die komplette Historie zu Hiag finden Sie hier.»