Unternehmen / Industrie

Hier schlummert Mehrwert für Aktionäre

Monothematische Geschäftsmodelle brillieren an der Börse. Einige Schweizer Konglomerate könnten durch eine Fokussierung Mehrwert für Aktionäre schaffen.

Die Teile sind mehr wert als ihre Summe: Was das gängige Sprichwort konterkariert, gilt an der Börse relativ oft. Unternehmen mit einem fokussierten Geschäftsmodell werden dort besonders gern gesehen. Bei ihnen gibt es keine Nivellierung besonders guter Spartenergebnisse im Rahmen einer grösseren Gruppe. Ein fokussiertes Unternehmen ist für Finanzanalysten auch leichter fass- und vergleichbar, was zu mehr Sichtbarkeit gegenüber der Investorengemeinde führt.

Ein prominentes Beispiel dieser These ist der deutsche Siemens-Konzern, der sich nach mehr als hundert Jahren Wachstum und Diversifikation zu einer Dreiteilung entschlossen hat. Die Abspaltungen Siemens Healthineers (2018) und Siemens Energy (2020) haben nach ihrer separaten Kotierung binnen weniger Monate massive Kursgewinne erzielt. Die Siemens-Aktie selbst kostet mittlerweile fast die Hälfte mehr als vor der Healthineers-Abspaltung.

GE auf den Spuren von Siemens

Das strahlende Vorbild hat dann wohl auch den abgehängten ewigen Konkurrenten General Electric zur Nachahmung bewogen. Der US-Konzern wird sich ebenfalls in drei selbständige Unternehmen zerlegen. Analysten nehmen das sehr positiv auf. UBS beispielsweise rief Mitte November, damals kostete die Aktie rund 100 $, ein Kursziel von 143 $ binnen zwölf Monaten auf. Anerkennende Worte findet auch Britta Simon, Analystin bei Julius Bär: «GE ist eines der letzten grossen Konglomerate, die jetzt ihre Fokussierung realisieren.» Unternehmen wie Siemens, aber auch ABB seien schon Jahre weiter in dieser Entwicklung.

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