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Neuseeland blockiert Übernahme durch HNA

Der chinesische Mischkonzern HNA darf eine Einheit der ANZ Bank nicht kaufen. Auch Sulzer ist bereits an den Behörden in Wellington gescheitert.

(SPU) Neuseeland schiebt HNA Group einen Riegel vor: Der chinesische Konzern darf UDC Finance, eine Einheit der ANZ Bank, nicht übernehmen. Diesen Entscheid hat das Overseas Investment Office (OIO) gefällt, die Behörde, die Auslandinvestitionen in Neuseeland bewilligt.

Damit kommt die Übernahme in der Höhe von 660 Mio. neus. $ (umgerechnet rund 450 Mio. Fr.) nicht zustande, wie die «Financial Times» (FT) und Bloomberg übereinstimmend berichten. Der Grund für die Ablehnung ist, dass HNA nicht transparent offengelegt hat, wer den Konzern kontrolliert.

Die Vizechefin des OIO, Lisa Barrett, sagte gegenüber FT: «Die von HNA vorgelegten Informationen bezüglich Eigentumsverhältnissen sind ungenügend und inadäquat gewesen.» Das Übernahmegesuch sei nicht konform mit der entsprechenden gesetzlichen Regelung.

HNA reagierte enttäuscht: Laut einem Sprecher des chinesischen Konzerns basiert der Entscheid nicht auf Fakten, sondern auf der negativen Berichterstattung durch die Medien. «Das Urteil des OIO deckt sich nicht mit den Einschätzungen anderer Regulatoren weltweit, die Übernahmen durch HNA und andere chinesische Unternehmen zugestimmt haben», ergänzt der Sprecher laut FT.

Auch Sulzer in Neuseeland gescheitert

Auch Sulzer (SUN 114.9 -0.61%) ist bereits mit einer geplanten Akquisition in Neuseeland gescheitert. So musste der Winterthurer Industriekonzern den im Mai angekündigten Kauf von Simcro vor wenigen Wochen absagen.

Die Transaktion unterlag der Genehmigung des OIO, die aber nicht innerhalb des erforderlichen Zeitrahmens eingeholt werden konnte, begründete der Industriekonzern den Schritt gemäss der Nachrichtenagentur AWP. Für das Closing sei eine Frist von sechs Monaten vereinbart worden, was nicht gereicht habe, hiess es dazu bei Sulzer.

HNA im Fokus der Behörden

Im November rügte die Schweizer Übernahmekommission den chinesischen Konzern. HNA Group machte vor der Übernahme des Schweizer Airline-Caterers Gategroup falsche und unvollständige Angaben in Bezug auf die Besitzverhältnisse. Gategroup soll nun abgestossen und an die Schweizer Börse gebracht werden.

In den vergangenen beiden Jahren hatte HNA weltweit 50 Mrd. $ für Übernahmen ausgegeben und dabei Anteile in Logistikunternehmen, Hotels oder Banken gekauft. In der Schweiz ist der Konzern Grossaktionär bei Dufry (DUFN 134.5 0.22%). Ausserdem gehören ihm SR Technics und Swissport.

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