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HNA plant Börsengang von Gategroup

Der chinesische Mischkonzern hat eine aggressive Akquisitionpolitik verfolgt. Nun kündigt CEO Tan an, mit Verkäufen die Schulden abzubauen.

Der Airline-Caterer Gategroup könnte schon 2018 zurück an die Schweizer Börse kommen. Das Unternehmen bestätigte am Dienstagabend die Pläne des Mutterhauses HNA. Zuvor war bekanntgeworden, dass der chinesische Konzern gewisse Beteiligungen loswerden will. HNA-CEO Adam Tan hat dies gemäss Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag an einer vom Magazin Cajing veranstalteten Konferenz in Peking gegenüber Journalisten erklärt. Gategroup gehört noch nicht einmal ein Jahr zu HNA.

HNA hat in den letzten Jahren mehr als 50 Mrd. $ für Zukäufe ausgegeben. Und diese haben sich nicht ausbezahlt, wie die operativen Geschäftszahlen im ersten Semester zeigen. Die Gewinnmarge betrug im ersten Semester 2017 mickrige 0,3%, oder 120 Mio. Fr. bei einem Umsatz von 40 Mrd. Fr. Gleichzeitig ächzt HNA unter einem Schuldenberg. Im ersten Halbjahr überwies der Konzern deshalb 15,6 Mrd. Yuan respektive 2,3 Mrd. Fr. Zinsen an Kapitalgeber. Das ist mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr und laut Bloomberg mehr als das Ergebnis vor Zinsen und Steuern.

Wie ernst die Lage ist, zeigt die Reaktion des Markts auf die Platzierung einer unterjährige Dollaranleihe Anfang November. Der Coupon von 8,875% ist ein Rekord für eine solche Anleihe in China. Aktuell rentiert die Anleihe gar zu 9,6%.

Der Verkauf eines Teils der Beteiligungen ist für den Konzern wohl unvermeidbar. Und als Erstes dürften die liquidesten Anlagen veräussert werden, sprich Beteiligungen an kotierten Unternehmen wie Deutsche Bank (DBK 11.69 -0.71%) und Dufry (DUFN 55.08 -0.25%). Zudem werden Investments in Sektoren zurückgefahren, die nicht von der Regierung unterstützt werden. Das betrifft namentlich Immobilien und Hotels.