Unternehmen / Konsum

Hochdorf-Grossaktionär fordert GV

Stichting beantragt eine ausserordentliche Generalversammlung des Milchverarbeiters. Es geht um die früherer Beteiligung an Pharmalys.

(AWP/GAH) Hochdorf (HOCN 77.5 -3.61%) hat von seinem Grossaktionär Stichting General Holdings den Antrag zur Einberufung einer ausserordentlichen Generalversammlung erhalten. Stichting ist seit September 2015 am Milchverarbeiter beteiligt und hat den Aktienanteil jüngst auf 17,6% erhöht.

Die Gesellschaft mit Sitz in Amersfoort ist im holländischen Handelsregister eingetragen. Bis 2016 lief die Beteiligung laut SIX unter der Bermont-Stiftung. Dahinter steht die Familie Goldsmith. Jethro Goldsmith betreibt einen Hedge Fund mit einem verwalteten Vermögen von knapp 180 Mio. $. Neben Hochdorf ist er an verschiedenen Lebensmittelherstellern beteiligt. Unter anderem am italienischen Glacehersteller Valsoia (VLS 12 1.69%).

Fragen zu Pharmalys

Bei dieser Generalversammlung wolle Stichting verschiedene Fragen zur früheren Beteiligung der Hochdorf an der Pharmalys Laboratories SA stellen, teilte Hochdorf am Donnerstag mit. Zusätzlich beantrage sie eine Sonderprüfung (im Sinne von Art. 697a OR) zu diesen Fragen. Gemäss Mitteilung will der Hochdorf-Verwaltungsrat nach Erhalt des schriftlichen Begehrens an seiner nächsten Sitzung über das weitere Vorgehen entscheiden.

Das Geschäftsmodell der ehemaligen Tochter, die in Nordafrika und im Nahen Osten Babynahrung vertreibt, hat den Hochdorf-Organen in der operativen Umsetzung jedoch wenig Transparenz und Einfluss auf relevante Teile der Wertschöpfungskette gegeben. Zudem war die Finanzierung des Nettoumlaufvermögens der Pharmalys äusserst kapitalintensiv. Pharmalys verschlang Mittel, die Hochdorf eigentlich nicht hatte.

Beträchtlicher Schaden

Vor rund zehn Tagen hat der Milchverarbeiter schliesslich seinen Mehrheitsanteil an Pharmalys für rund 100 Mio. Fr. an den früheren Besitzer Amir Mechria zurückverkauft (vgl. hier). Die Innerschweizer hatten die Beteiligung 2016 erworben und dafür bis März 2018 rund 245 Mio. Fr. in bar und im Form einer Pflichtwandelanleihe bezahlt. Der finanzielle Schaden ist beträchtlich.

Hochdorf steckt in der Krise. Der Milchverarbeiter hatte im August miserable Zahlen zum ersten Halbjahr präsentiert und offengelegt, wie dramatisch es um die finanzielle Situation steht (vgl. hier und hier). Die kreditgebenden Banken haben Ende August zwar die Finanzierung zugesichert und mit dem Verkauf von Tochter Pharmalys gelang ein Befreiungsschalg. Das Unternehmen steht aber weiterhin vor einer ungewissen Zukunft.