Unternehmen / Konsum

Hochdorf hat einen weiten Weg vor sich

Analyse | Der Milchverarbeiter erfüllt die Ziele, unter dem Strich resultiert 2020 aber erneut ein markanter Verlust.

Zuerst die guten Nachrichten: Hochdorf hat die Ziele für 2020 erreicht. Rund 300 Mio. Fr. nahm der nach dem Verkauf der Töchter verkleinerte, aber vor Abschreibungen profitablere Milchverarbeiter ein. Auf Stufe Ebitda resultierte wie prognostiziert ein leichtes Plus (vgl. Tabelle). Vor allem aber gewinnt das Management dank der ungeschönten Darstellung der schwierigen operativen und finanziellen Lage an Kredibilität.

Denn es wird Jahre dauern, bis sich Hochdorf aus dieser Situation befreien kann – wenn überhaupt. Das Kerngeschäft mit Milchpulver für die Nahrungsmittelindustrie, neu Food Solutions genannt, ist in einem schwierigen Umfeld. Die Division Babynahrung, in der Hochdorf jeden dritten Franken erwirtschaftet, kämpft: Das schnell wachsende Geschäft im Nahen Osten und in Nordafrika ist wenig verlässlich. So wurden Rechnungen in zweistelliger Millionenhöhe noch nicht bezahlt, was den operativen Cashflow ins Minus drückte. In China lässt die Zulassung auf sich warten. Dabei ist der asiatische Markt wichtig, damit Baby Care 2025 rund die Hälfte zum Umsatz beisteuert und die Ebitda-Marge bis dahin auf 8 bis 10% steigt. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?

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