Märkte / Anleihen

Hochverzinste erstmals mit Minuszinsen

Die gestiegenen Inflationsraten führen dazu, dass sogar Unternehmensanleihen mit Ramschstatus eine negative Realrendite aufweisen. Anleger sind herausgefordert.

Der Zinswahnsinn geht in die nächste Runde. Seit Monaten wird in den wichtigsten Märkten darüber debattiert, wann die Notenbanken ihre Interventionen drosseln. Angesichts von Pandemie- und Deflationsängsten kaufen sie bisher systematisch Anleihen am Markt auf. Sie erhöhen somit die Nachfrage nach den Papieren und stützen ihren Kurs. Spiegelbildlich dazu fällt ihre Marktverzinsung, die Rendite.

Die Debatte über das Ende dieser Politik sollte eigentlich dazu führen, dass die Renditen nach oben korrigieren. Indes lässt sich das Gegenteil beobachten. Diesen Sommer ist die Verzinsung richtungsweisender Anleihen wie der zehnjährigen US-Staatspapiere sogar gesunken. Goldman Sachs, JPMorgan und andere Wertschriftenhäuser haben ihre Zinsprognosen nach unten revidiert.

Europas Negativrekord

Sogar die steigenden Inflationsraten ändern daran wenig. In einer normalen Welt wäre zu erwarten, dass daraufhin die Nominalrenditen anziehen. Die Realität sieht anders aus: Die Verzinsung ist weitgehend stabil geblieben, dafür sorgt die erhöhte Inflationsrate dafür, dass real das Zinsniveau sogar noch niedriger ausfällt. Europa ist diesbezüglich Spitze. Nirgendwo notieren die Staatsanleihenrenditen real so tief im Minus (vgl. Grafik). Anleger sind also gefordert, um mit Zinspapieren einen positiven Ertrag zu erzielen. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?

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