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Hot Corner: Bärenstark

Im letzten Jahr ging für Build-A-Bear Workshop so einiges schief. Doch nun sollte der Anbieter von Stofftieren zu alter Stärke zurückfinden.

Frank Heiniger

Teddybären lassen Kinderherzen höher schlagen. Daran hat sich auch in Zeiten von Smartphones und Tablets nichts geändert. Die ungebrochene Popularität kommt Build-A-Bear Workshop (New York: BBW, 5.82 $ am Donnerstag, 85 Mio. $ Börsenwert) zugute, in dessen Filialen sich Kinder individuelle Stofftiere zusammenstellen können. Die Wahlmöglichkeiten umfassen dabei Eigenschaften wie den Stopfgrad, die Kleidung oder die Ausrüstung mit Accessoires. Selbst der Geruch und die Stimme lässt sich personalisieren.

Die Mitte der Neunzigerjahre in St. Louis gegründete Gesellschaft betreibt inzwischen mehr als 350 Zweigstellen. Diese befinden sich grösstenteils in den USA, doch besitzt Build-A-Bear Workshop (BBW) auch Ableger in Grossbritannien, Kanada und China. Dazu kommen rund hundert Zweigstellen, die von Franchisenehmern geführt werden – unter anderem in Australien, Deutschland, Mexiko und Südafrika.

Erfolgreicher Umbau

Nach einer schwierigen Geschäftsperiode, die von der Finanzkrise 2008/09 weiter verschärft wurde, übernahm 2013 Sharon Price John das Ruder. Als CEO begann die Managerin, das Geschäft neu aufzustellen. Unprofitable Filialen wurden geschlossen, der Einsatz von Rabatten zurückgefahren und der Markenname gestärkt. Die Massnahmen zeigten rasch Wirkung. Etwa konnten über die folgenden Jahre die Bruttomargen fast stetig erhöht werden. Per 2017 summierte sich das Plus gegenüber 2012 auf acht Prozentpunkte.

Dennoch machte BBW letztes Jahr ein Tief durch, wozu eine Kombination aus internen und externen Faktoren beitrug. Unter anderem wurde infolge der Liquidation der Spielwarenkette Toys R Us der Markt mit billigen Produkten geflutet. Das schlug sich im Aktienkurs nieder, der sich innerhalb von zwölf Monaten mehr als halbierte.

Grundsolide Bilanz

Die weiterhin laufende Restrukturierung dürfte über die nächsten Quartale allerdings positive Wirkung entfalten. So fokussiert BBW weiterhin auf kleinere, dafür profitablere Zweigstellen. Auch wird der E-Commerce-Kanal gestärkt. So sollen zunehmend auch Kunden aus der Sammlerszene angezogen werden.

Für das Fiskaljahr 2021, das nächsten Februar beginnt, weist das Unternehmen zwar ein hohes Kurs-Gewinn-Verhältnis von 39 auf. Dieser Wert ist angesichts des Turnarounds allerdings nur bedingt aussagekräftig. Der Kurs könnte derweil durch den Rückkauf von Aktien angekurbelt werden: Das bis 2020 laufende Programm über 20 Mio. $ wurde erst knapp zur Hälfte ausgeschöpft.

Kein Risiko stellt die Bilanz dar. Nicht nur ist das Unternehmen schuldenfrei, sondern es verfügt zurzeit über einen Nettobargeldbestand von 1.37 $ pro Valor, was rund 25% des Aktienkurses entspricht. In einem Umfeld, in dem sich gerade US-Small-Caps massiv verschuldet haben, ist BBW damit eine erfreuliche Ausnahme.

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