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Hot Corner: Der gute Geldonkel

Die amerikanische Finanzgruppe Principal Financial Group pflegt ein gutes Image, was auch dem Schweizer Versicherer Swiss Re aufgefallen ist.

Thomas Hengartner

Dass ein Finanzproduktanbieter verspricht, den Kunden in den Mittelpunkt aller Beratungen und Angebote zu stellen, ist alltäglich. Die Ausrichtung auf den Kunden steht bei der amerikanischen Finanzgruppe Principal Financial Group (PFG 55.81 -1.05%) jedoch schon im Markennamen (Nasdaq: PFG, Kurs: 72.21 $, Börsenwert: 20,8 Mrd. $). Ins Deutsche übersetzt kann «Principal» für Hauptperson stehen, für Kunde oder Klient, aber auch für Geldsumme oder Kapital.

Das Unternehmen hält vieles im Sortiment, was Private und Gewerbekunden benötigen: Spar- und Anlagemöglichkeiten, Altersvorsorge, Erwerbsausfall- und Krankenversicherung. Die 1879 gegründete Firma operiert weit weg vom High Life der US-Finanzmetropole New York, aus dem provinziellen Des Moines, Hauptstadt des Bundesstaats Iowa, in der Mitte der USA.

Ländlich wie Warren Buffett

Mit dem Image des Kleinstädtischen und Grundaufrichtigen kokettiert Principal Financial Group in ähnlicher Weise wie der bekannte Geschäftsmann Warren Buffett, der seine zum 500-Milliarden-Konzern ausgebaute Holding Berkshire Hathaway (BRK.A 286660 -0.34%) weiterhin in Omaha im Nachbarstaat Nebraska beheimatet hält.

Principal Financial Group will explizit ein «guter Geldonkel» sein und brüstet sich denn auch mit entsprechenden Auszeichnungen. Ethisphere Institute, das auf Unternehmensbeurteilungen spezialisiert ist, bescheinigt beste Manieren im Umgang mit Kunden und Umwelt, und die Publikation «Pensions & Investment» adelt Principal als bestbenoteten Arbeitgeber der Finanzbranche. Das zeigt sich auch an den für Kunden betreuten Geldern: Sie übersteigen mittlerweile 660 Mrd. $.

Ex-Chef kommt zu Swiss Re

Die Fülle von Lob ist auch dem Schweizer Versicherer Swiss Re (SREN 87.02 -1.14%) aufgefallen. Er schlägt den früheren Principal-CEO Larry Zimpleman zur Wahl in den Verwaltungsrat vor. Zimpleman hat das Unternehmen vierzig Jahre lang mitgestaltet – von 2008 bis zur Pensionierung 2015 als Konzernchef. Nun soll der 66-jährige einstige Versicherungs-Praktikant zusammen mit zwei ebenfalls im Finanz- und Versicherungsgeschäft erfolgreichen Frauen zur Erneuerung des obersten Swiss-Re-Gremiums beitragen, wie dessen Präsident Walter Kielholz den Aktionären schrieb.

Noch massgeblich unter Zimplemans Leitung steigerte Principal seit 2012 das Ergebnis von 0,8 Mrd. auf 1,8 Mrd. $ im per September 2017 abgeschlossenen Geschäftsjahr. Das Unternehmen «lebt» primär von Kommissionen, die für die Vermittlung von Investmentprodukten und Versicherungskontrakten eingezogen werden. Das begrenzt die Geschäftsrisiken und erleichtert es den Investoren, die Ertragsentwicklung einzuschätzen. Die vom Nachrichtendienst Bloomberg gesammelten Empfehlungen der Finanzanalysten lauten beinahe unisono positiv.

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