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Hot Corner: Der Online-Schrebergarten

Die israelische Wix.com offeriert eine einfache Lösung, um Homepages und Internetshops anzubieten.

Alexander Trentin

Wer braucht eigentlich noch eine eigene Website? Auf sozialen Netzwerken Facebook und Twitter findet man schnell eine grosse Zahl an Jüngern. Und wer online etwas verkaufen will, dem stehen Plattformen wie Amazon, Shopify oder die Bastlerecke Etsy zur Verfügung. Doch die Idee einer eigenen Website ist nicht tot. Das zeigt das israelische Unternehmen Wix.com (Nasdaq: WIX, Kurs: 222 $, Börsenwert: 12,5 Mrd. $), das nun schon an 200 Mio. Nutzer eine eigene Parzelle im Internet-Schrebergarten verpachtet hat.

Das seit acht Jahren an der Nasdaq kotierte Unternehmen ist auf Wachstumskurs. Der Jahresumsatz hat sich in den vergangenen drei Jahren verzweieinhalbfacht auf über 1 Mrd. $. Ein Value-Tipp ist der Titel nicht: Es gibt keinen Gewinn, und das Kurs-Umsatz-Verhältnis notiert bei 15 – viermal so hoch wie etwa das von Amazon. Das «Freemium»-Modell überzeugt aber: Einfache Webpräsenzen lassen sich kostenlos aufsetzen, wer es professioneller braucht, muss bezahlen. Wix ist es immer besser gelungen, neue Nutzer mit einem Abo «zu melken».

Pandemie-Profiteur

Profitiert hat das Unternehmen im vergangenen Jahr vom Anpassungsdruck durch die Pandemie: Viele kleinere Geschäfte haben festgestellt, dass sie ohne eine Online-Präsenz nicht mehr überlebensfähig sind. Die Kunden waren gezwungen, sich übers Internet einzudecken. Ein bestehender Trend wurde damit beschleunigt. Detailhändler werden den Wachstumsmarkt E-Commerce nicht den grossen Platzhirschen überlassen wollen. Um sich zu behaupten, sind sie auf professionelle Lösungen wie die von Wix angewiesen, die sich leicht und schnell umsetzen lassen. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?

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