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Hot Corner: Die Monopolistin

Der niederländische Tech-Konzern ASML ist in der Chip-Industrie ein unumgänglicher Zulieferer. Entsprechend begehrt sind die Aktien.

Eflamm Mordrelle

Der von US-Präsident Donald Trump angezettelte Handelskonflikt mit China setzt Technologie-Unternehmen zu. US-Chip-hersteller etwa sind arg unter die Räder geraten – sie können nur noch unter strengen Auflagen an chinesische Kunden wie Huawei liefern. Die niederländische ASML (Amsterdam: ASML, Börsenwert: 75,8 Mrd. €; Kurs: 178,1 €) ist eine Zulieferin der globalen Chiphersteller, hebt sich aber dank ihrer einzigartigen Technologie deutlich von ihren Konkurrenten ab.

Chiphersteller wie Intel (INTC 49.17 -1.9%) müssen wegen der herrschenden Unsicherheit rund um den Handelskonflikt ihre Finanzziele stutzen. ASML hingegen geht von einer Beschleunigung des Wachstums aus, schon im laufenden Geschäftsjahr. Wie geht das? Die 1984 gegründete ASML ist eine unerlässliche Maschinenlieferantin der globalen Halbleiterproduzenten wie Samsung (SMSN 974 -1.02%), Intel, SK Hynix oder TSMC (TSM 37.2 0.54%). Deren Chips werden in immer mehr Geräte verbaut und müssen immer mehr können.

Angesichts der Verbreitung Künstlicher Intelligenz und Big-Data-Verarbeitung, aber auch Alltagsanwendungen wie autonomes Fahren oder 5G-Konnektivität werden immer grössere Rechenleistungen verlangt. Diese Leistung müssen neuartige Logik- und Speicherchips erbringen. Um integrierte Schaltkreise kleiner und leistungsfähiger zu machen, müssen zunächst in mehreren Fertigungsschritten immer kleinere Strukturen auf Halbleiterplatten (Wafer) angebracht werden. Bei diesem Prozess handelt es sich um so genannte Fotolithografie. Und ASML stellt die mit Abstand leistungsfähigsten lasergestützten Maschinen her, um diesen Produktionsschritt durchzuführen. Stückpreis eines Systems: über 100 Mio. €. Derzeit beherrscht ASML Schätzungen zufolge mit dem Standardprozess Deep Ultra Violet (DUV) rund 80% des globalen Markts. Kommt es zur Kommerzialisierung der Nachfolgetechnologie EUV (Extreme Ultra Violet), könnte ASML nahezu den gesamten globalen Markt für sich beanspruchen. Konkurrenten wie Canon, Nikon oder Ultratech sind abgehängt. Die Eintrittsbarrieren für Neue sind ausserordentlich hoch. ASMLs technologischer  Vorsprung ist so beträchtlich, dass sie Opfer von Technologie-Diebstahl durch das US-Unternehmen XTAL wurde, das Verbindungen zur chinesischen Regierung haben soll. XTAL wurde neulich zu einer Strafzahlung von 230 Mio. $ verurteilt.

Kurzum, ohne ASML-Ausrüstung ist eine zukunftsfähige Halbleiter-Produktion nicht denkbar. Das wissen führende Chiphersteller wie Samsung oder TSMC. Diese haben sich zu Investitionen in die neueste Produktionstechnik EUV bekannt. Eine Wahl haben sie nicht wirklich, denn auch wenn die Chipindustrie auf eine Abkühlung zusteuert, führt kein Weg daran vorbei, technologisch kompetitiv zu bleiben. Und davon profitiert ASML. Das Unternehmen erwartet, im laufenden Jahr 30 EUV-Systeme ausliefern zu können, im kommenden sollen es 33 bis 35 sein.

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