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Hot Corner: Digitaler Umzugswagen

Das deutsche Technologieunternehmen SNP ist ein Umzugsunternehmen für grosse Datenmengen. Die Aktien gelten als Wachstumstitel.

Claudia Lanz-Carl

Wenn die IT-Landschaft eines Unternehmens zu unübersichtlich wird, ist Unterstützung nötig. Auch im Falle von Fusionen und Übernahmen sind IT-Spezialisten gefragt. Dazu zählt die deutsche SNP (SHF 33.6 -1.18%), mit vollem Namen SNP Schneider-Neureither & Partner (Xetra: SHF, Kurs: 34.15 €, Börsenwert 187 Mio. €). Sie ist vereinfacht gesagt ein Umzugsunternehmen für grosse Datenmengen.

Das Unternehmen will «zum globalen Standard für softwarebasierte Datentransformation» werden. Im Geschäftsjahr 2017 wurden wichtige Weichen gestellt. Zum einen mit der Internationalisierung. Nach Akquisitionen in Asien, Nordamerika und Grossbritannien folgten im vergangenen Jahr Zukäufe in Polen und Südamerika, die Zahl der Mitarbeiter stieg von 712 auf über 1300. Der Umsatz erhöhte sich mehr als 50% auf 122 Mio. €, davon 8% durch organisches Wachstum. 40 Mio. € Umsatz entfielen auf das letzte Jahresviertel, der Auftragseingang per Ende Jahr betrug 131 Mio. €.

Zudem will SNP den Erlös aus Softwarelizenzen in den nächsten Monaten und Jahren steigern. Sie verfügt über ein eigenes Softwareportfolio und hat die Produkte unter einer Plattform gebündelt, eine Art «Schiffsbrücke» für die IT. Die Investitionen in Marktpräsenz und Fachkräfte hatten 2017 ihren Preis, das Betriebsergebnis (Ebit) fiel knapp rot aus. Eine Dividende wurde anders als in den Vorjahren nicht gezahlt.

In diesem Jahr rechnet das Management nach den Erstquartalszahlen weiter mit 150 bis 155 Mio. € Umsatz und einer Ebit-Marge im mittleren einstelligen Prozentbereich. Gemäss Analystenschätzungen (Bloomberg-Konsens) dürfte die Marge 5% erreichen und SNP unter dem Strich schwarze Zahlen schreiben.

Das Unternehmen aus Heidelberg wurde 1994 gegründet. Zu den Referenzkunden zählen HP, Kellogg’s und Rolls-Royce. Als einen digitalen Megatrend hat SNP die Einführung der SAP (SAP 95.85 -1.13%) Business Suite S4 mit der Datenbank SAP Hana identifiziert. Bis Ende 2017 zählte die Gesellschaft mehr als dreissig solcher Projekte.

Die Aktien sind seit dem Jahr 2000 kotiert und seit August 2014 im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet. Der Streubesitz beträgt 51%, grösster Aktionär ist CEO Andreas Schneider-Neureither mit gut 18% Anteil. Weitere grössere Beteiligungen halten eine Erbengemeinschaft, der US-Small-Cap-Spezialist Kabouter Management sowie Danske Bank (DANSKE 28.84 1.3%), Allianz (0M6S 191.5 -0.16%) Global Investors und Universal-Investment.

Fünf von sechs Analysten empfehlen die Titel zum Kauf. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis, basierend auf den Schätzungen für 2019, liegt bei 22. Das Kurspotenzial, gemessen am Zwölfmonats-Kursziel, beträgt 11%. Auch wenn für das Geschäftsjahr 2018 wieder eine Dividende gezahlt werden könnte, SNP sind als Wachstumstitel positioniert.

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