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Hot Corner: Eine Aktie für unruhige Zeiten

Wenn die Kurse an den Finanzmärkte bröckeln, profitieren die Titel des Finanzunternehmens Flow Traders.

Pascal Meisser

Für die Anleger waren die vergangenen Handelstage alles andere als nervenschonend. Die Börsenbeben haben hier und dort in den Portfolios deutliche Schäden hinterlassen. Ruhig geschlafen haben hingegen diejenigen, die die Titel des Finanzunternehmens Flow Traders (FLOW 0 0%) (Amsterdam: FLOW, Kurs am Freitag: 27.45 €, Börsenkapitalisierung von 1,3 Mrd. €) im Depot haben. Denn dank den plötzlich ins Wanken geratenen Börsenkursen ist endlich das Szenario eingetroffen, auf das die Investoren beim holländischen Unternehmen gesetzt haben: die Abkehr vom Umfeld ultratiefer Volatilität.

Vom Passivtrend profitieren

Während die globalen Finanzmärkte diese Woche arg ins Straucheln geraten sind, haben die Valoren von Flow Traders annähernd 40% an Wert gewonnen. Das Unternehmen ist ein Liquiditätsprovider im Bereich der passiven Anlageprodukte, wie der Finanzjargon lautet. In eine für Nicht-Finanzprofis verständliche Sprache übersetzt: Es agiert auf verschiedenen Börsenplätzen in Europa, den USA und Asien als Marktmacher und ist dafür verantwortlich, dass beispielsweise bei den kotierten Indexfonds (ETF) ein flüssiger Handel mit möglichst geringen Differenzen zwischen Kauf- und Verkaufskursen möglich ist.

Ungefähr ein Drittel des weltweiten Handels mit ETF-Produkten läuft derzeit über Flow Traders. Das heisst wiederum: Je mehr mit den passiven Produkten gehandelt wird, desto mehr Geld bleibt in den Kassen des Marktmachers liegen. Aus diesem Grund ist die ultratiefe Volatilität der vergangenen Monate den Aktien des Unternehmens, die seit 2015 an der Börse gehandelt werden, gar nicht gut bekommen. Allein im vergangenen Jahr ging der Aktienkurs fast zwei Fünftel zurück.

Positiver Ausblick für 2018

Gestützt wird der jüngste Kursaufschwung von positiv überraschenden Zahlen, die das Unternehmen am Freitag publiziert hat. Zwar brach der Gewinn in den vergangenen zwölf Monaten um mehr als die Hälfte ein, und die Gewinnmarge sackte von knapp 30 auf 17% ab. Allerdings waren die Markterwartungen noch tiefer angesetzt gewesen. UBS (UBSG 18.095 -0.19%) ging in einer Studie auch davon aus, dass die Margen für das Market-Making-Geschäft strukturell tief bleiben werden.

Das Management von Flow Traders prognostiziert im Ausblick für  2018 indessen sowohl beim Gewinn wie bei der Marge eine kräftige Erholung. Das von den beiden Co-Chefs Dennis Dijkstra und Sjoerd Rietberg geleitete Unternehmen berichtet über einen ausgezeichneten Start ins neue Geschäftsjahr: Der Handelsumsatz liege bereits jetzt über den Werten für das gesamte Rekordquartal im Herbst 2015.

Flow Traders wird im laufenden Jahr nicht nur von der gestiegenen Schwankungsanfälligkeit von Aktien profitieren, sondern zusätzlich von zwei weiteren Faktoren: Einerseits setzt sich der Trend fort, Anlagegelder von aktiven zu passiven Fonds zu verschieben. Andererseits wird allgemein erwartet, dass die neue Mifid-2-Regulierung das Wachstum der Indexfonds begünstigen wird. Wer an dieses Wachstumsszenario glaubt, kann trotz des jüngsten Kurssprungs eine kleine Position in Flow Traders wagen.

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