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Hot Corner: Eine Wette auf Live-Musik

Das Coronavirus macht dem legendären Madison Square Garden einen Strich durch die Rechnung, der Blick in die Zukunft ist aber positiv.

Martin Gollmer

Der Madison Square Garden (MSGS 145.28 -0.84%) in New York ist legendär. Dort spielt eines der Basketballteams von New York, die Knicks. ­Elvis Presley, Michael Jackson oder U2 sind nur einige der grossen Musiknamen, die die Ränge gefüllt haben.  

Doch seit Frühling steht die Arena in Manhattan leer, ebenso wie alle anderen Konzertsäle, die von Madison Square Garden Entertainment (NYSE: MSGE, 69.80 $, Börsenwert: 1,36 Mrd. $) betrieben werden. Das gleiche Schicksal hat die konzerneigenen Restaurants und Discos von Tao Group Hospitality ereilt. Derzeit verbrennt das Unternehmen monatlich mindestens 25 Mio. $, der Umsatz von April bis Juni lag bei 9 Mio.

Doch selbst wenn die Konzertsäle und die Restaurants noch bis nächsten Sommer geschlossen bleiben müssten, ginge das Geld nicht aus. Zum Ende des Geschäftsjahres 2020 im Juni hatte MSGE über 900 Mio. $ an Cash in den Büchern. Und werden Konzerte wieder möglich, ist mit einem Aufholeffekt zu rechnen: Die Künstler sind für ihre Einnahmen auf Auftritte angewiesen und werden Verschobenes nachholen wollen. Das Gleiche gilt für das Publikum. JPMorgan-Analysten erwarten, dass sich der Trend der Jahre 2014 bis 2019 fortsetzt und Ausgaben für Live-Unterhaltung auch künftig schneller wachsen werden als die Gesamtwirtschaft.

Dieselben Analysten setzen das Kursziel für die an der New York Stock Exchange kotierten MSGE für Ende 2021 bei 100 $ und damit deutlich höher als heute. Angesichts der Coronaviruspandemie greifen herkömmliche Bewertungsmethoden allerdings nicht. Historisch kann zudem nur die Schwestergesellschaft Madison Square Garden Sports als Vergleich dienen – von ihr, der die Knicks und andere Sportteams gehören, wurde MSGE im April abgespalten. Beide Unternehmen werden von der Familie des Milliardärs Charles Dolan über Stimmrechtsaktien kontrolliert. 

Der Kursverlauf des ehemaligen Mutterhauses macht Mut: Die Aktien no­tierten zuletzt Anfang 2018 so niedrig. MSGE handeln mit einem zusätzlichen Abschlag, so die Theorie von JPMorgan, weil in Las Vegas derzeit ein weiteres Konzertlokal mit bis zu 17 500 Plätzen gebaut wird. Die Baukosten allein be­tragen 1,66 Mrd. $, und die Eröffnung musste aufgrund von Covid-19 von 2021 auf 2023 verschoben werden. 

Diese Verpflichtung macht Investoren Angst – und die Titel von MSGE günstig. Wer daran glaubt, dass Live-Konzerte weiter begehrt sein werden, sollte deshalb zugreifen.

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