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Hot Corner: Geduld für seltene Erden

Seit 2007 arbeitet Greenland Minerals am Kvanefjeld-Projekt auf Grönland. Jetzt ist die Minenlizenz zum Greifen nah.

Martin Gollmer

Unternehmen, die Bergbauprojekte vorantreiben, brauchen oft einen langen Atem. Das gilt auch für Greenland Minerals (GGG 0.14 -1.72%) (ASX: GGG, 0.26 austr. $, Börsenwert: 311 Mio. austr. $). Das australische KMU verfolgt seit 2007 das Kvanefjeld-Projekt im Süden der Nordatlantikinsel Grönland. Kvanefjeld gilt als das weltweit grösste unentwickelte Depot an seltenen Erden. Es soll rund 1 Mrd. Tonnen Erz mit 1,1% Seltene-Erden-Oxiden sowie Uran und Zink enthalten.

Sechs lange Jahre musste Greenland Minerals warten, bis das grönländische Parlament im Zuge von Bestrebungen zu einer grösseren Autonomie vom Mutterland Dänemark 2013 ein jahrzehntealtes Verbot des Abbaus von Bodenschätzen aufhob. Einen grossen Schritt vorwärts machte das Kvanefjeld-Projekt Ende 2016. Seither bringt Shenghe Resources als strategischer Partner Erfahrung in der Verarbeitung von seltenen Erden sowie umfangreiche Branchen- und Marktkenntnisse ein. Sie hält derzeit 11% der Aktien.

Schnellere Fortschritte

Im Juli 2019 reichte Greenland Minerals das Gesuch für eine Minenlizenz ein. Mitgeliefert werden mussten ein Environmental Impact Assessment (EIA), ein Social Impact Assessment und eine Maritime Safety Investigation Study. Vor ein paar Tagen ist bekannt geworden, dass die Behörden diese Dokumente als reif für eine öffentliche Konsultation erachten – als Letzte auch das EIA. Die öffentliche Konsultation dauert dann zwischen acht und zwölf Wochen.

Damit hat das Kvanefjeld-Projekt einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zur Minenlizenz erreicht. Sie könnte im Verlauf von 2021 erteilt werden, wenn es in der Konsultation keine grösseren Einwendungen gibt. Weitere für diesen Schritt notwendige Dokumente, nämlich Resource and Feasability Reports, sind von den Behörden akzeptiert worden. Sie zeigen, dass in Kvanefjeld ein Depot mit genug technisch und wirtschaftlich abbaubaren Mineralien liegt. Die grössten verbleibenden Risiken sind jetzt finanzieller und operativer Art.

Unterbewertete Aktien

Dass der Hype um seltene Erden abgeflaut ist, heisst nicht, dass diese Rohstoffe an Bedeutung verloren haben. Im Gegenteil: Sie bleiben wichtig für eine Welt, die immer elektrischer und elektronischer – und damit tendenziell umwelt- und klimafreundlicher – wird. Seltene Erden sind ein unverzichtbarer Bestandteil von Windturbinen, Solarpanels, Elektroautos, wiederaufladbaren Batterien, Smartphones und mehr.

Anleger, die Geduld haben und die an der Bedeutungs- und Wertsteigerung von seltenen Erden teilhaben wollen, sind mit Greenland Minerals gut bedient. Trotz grossen Fortschritten in jüngster Zeit beim Kvanefjeld-Projekt sind die Aktien des Unternehmens immer noch unterbewertet.

Leser-Kommentare

Harald Hiller 06.10.2020 - 14:18

Seltene Erden sind nicht “selten” im Sinne von geringer existierender Mengen, sondern von schwierig, d. h. teuer gewinnbar. Leider ist im Artikel nichts von den projektierten Kosten der Gewinnung der verschiedenen Produkte versus Marktpreisen zu lesen. Also Unterbewertung der Aktien nicht einschaetzbar. Schade.