Unternehmen / Konsum

Moncler: Glanz und Glamour

Wattierte Luxusjacken sind gefragt. Ein Einstieg in diese Aktien lohnt sich.

Gret Heer

Bei Moncler (MONC 32.22 -1.26%) (Mailand: MONC 39.80 € am Freitag, Börsenwert: 10,3 Mrd. €) rümpfen manche die Nase: «Daunenjacken für Bonzen mit wenig Stil, die in St. Moritz ihre Show abziehen.» In der Tat ist Moncler ein Luxusbrand für wattierte Jacken, deren schrille Farben auffallen. Aber nicht nur. So sind in der Zürcher Boutique Moncler neben der silbernen Daunenjacke für den Mann im Wert von 2295 Fr. auch dezentere gesteppte Damenmäntel zu entdecken. Moncler stylt sogar Tiere. So kriegt Hündchen online ein rotes Mäntelchen für 575 $. Die Daunen seien von toten Tieren gerupft.

Moncler ist eine Erfolgsgeschichte, seit Remo Ruffini 2003 die Mehrheit der Marke gekauft und 2013 an die Mailänder Börse gebracht hat. Der Ausgabepreis lag damals bei 10.20 € je Aktie. Heute kosten die Titel fast viermal so viel. Der Umsatz hat in fünf Jahren von 580,6 Mio. auf 1,4 Mrd. € zugelegt, dank organischen Wachstums, aber auch dank neuer Boutiquen. Heute führt der Konzern mit Hauptsitz in Mailand rund um den Erdball 199 eigene Läden und 62 Shop in Shops. Die Ebitda-Marge lag in den vergangenen sechs Jahren regelmässig bei 33%, ein stattlicher Wert für ein Bekleidungsunternehmen.

Investition mit Extravaganz

Gegründet wurde Moncler 1952 vom Franzosen René Ramillon. Er leitete den Namen von seinem Heimatdorf Monestier de Clermont ab. Unter dem Italiener Ruffini hat sich der Brand zum Luxus-Lifestyle-Brand gemausert. Von grösster Bedeutung ist die wachsende Zahl der kaufkräftigen Kunden in Asien, wo 40% des Umsatzes erzielt werden. Ruffinis Heimat Italien ist mit 13% die Nation mit dem grössten Absatz. Moncler arbeitet mit rund 450 Lieferanten zusammen, die sich hauptsächlich in Europa befinden, hat aber 2016 auch eine Fabrik in Rumänien erworben. So gilt der Konzern als vertikaler Anbieter.

Der starke Mann im Unternehmen ist  Ruffini selbst. Der 58-Jährige hält ein Viertel des Unternehmens und scheint sich nicht gross um Corporate Governance zu kümmern. Er ist Chef und Verwaltungsratspräsident in Personalunion, was den Erfolg Monclers aber nicht getrübt hat.

Wachstumsaussicht intakt

Die Unruhen in Hongkong belasten auch diese Luxusmarke. Japan macht aber die Delle wett, sodass Asien im dritten Quartal 15% zugelegt hat. Die Wachstumsaussichten sind intakt, wenn auch nicht mehr so stark wie zuvor.

Von 25 Analysten empfehlen gemäss Bloomberg 19 den Titel zu kaufen, fünf plädieren für Halten, nur einer würde ihn verkaufen. An der Mailänder Börse bildet Moncler zusammen mit Marken wie Salvatore Ferragamo, Tod’s oder Brunello Cucinelli unter dem Namen FTSE IT Brands ein eigenes Segment. Die Dividendenrendite von 1% spricht zwar nicht für den Kauf. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von 28 für 2020 ist für einen Luxuskonzern aber attraktiv.