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Hot Corner: Grönlands Schatz

Die im australischen Perth beheimatete Greenland Minerals treibt seit 2007 das weltweit grösste unentwickelte Depot an seltenen Erden voran.

Martin Gollmer

Grönland ist zurück auf der Weltbühne. Dies dank US-Präsident Donald Trump, der Dänemark anbot, die 2,2 Mio. Quadratkilometer grosse und 56‘000 Einwohner zählende Insel im Nordatlantik zu kaufen. Die dänische Regierung lehnte das Angebot postwendend ab, worauf Trump einen Staatsbesuch in Dänemark kurzerhand absagte.

Grönland hat grosse strategische Bedeutung – nicht umsonst unterhalten die USA dort eine Luftwaffenbasis. Die Klimaerwärmung und die Eisschmelze machen neue Schifffahrtswege durch das Arktische Meer und die Gewinnung von Rohstoffen im Meer und an Land möglich. 2013 hob das grönländische Parlament ein jahrzehntealtes Verbot des Abbaus von Bodenschätzen auf.

Chinesische Interessen

Rohstoffe auf Grönland erschliessen will auch die im australischen Perth beheimatete Greenland Minerals (GGG 0.0606 3.24%) (ASX: GGG, 0.14 austr. $ am Freitag, Börsenwert: 166,7 Mio. austr. $). Seit 2007 treibt sie das Kvanefjeld-Projekt im Süden der Insel voran. Kvanjefjeld ist das weltweit grösste unentwickelte Depot an seltenen Erden. Es soll rund 1 Mrd. Tonnen Erz mit 1,1% Oxiden enthalten. Im Depot schlummert zudem eine beträchtliche Menge Uran und Zink.

Grosse Schritte vorwärts hat das Kvanefjeld-Projekt ab Ende 2016 gemacht. Damals trat Shenghe Resources in das Aktionariat von Greenland Minerals ein. Das chinesische Unternehmen brachte Know-how in der Verarbeitung von seltenen Erden und umfangreiche Branchen- und Marktkenntnisse ein und hält aktuell 11% an Greenland Minerals. Dank den Chinesen konnten die Projektkosten, die 2016 noch auf 832 Mio. $ geschätzt wurden, auf 505 Mio. $ gesenkt werden. Das Kvanefjeld-Projekt gilt jetzt als eines der kostengünstigsten Seltene-Erden-Vorhaben der Welt.

Lizenz steht noch aus

Läuft alles nach Plan, beginnt 2022 die Produktion. Bis dahin muss Greenland Minerals von der grönländischen Regierung aber noch eine Minenlizenz erhalten. Der entsprechende Antrag samt Studien über die ökologischen und sozialen Auswirkungen des Projekts wurde im Juni eingereicht. Ein Grund dafür, dass die Greenland-Minerals-Aktien als unterbewertet gelten, könnte sein, dass die Gewährung der Minenlizenz länger dauert als angenommen.

Seltene Erden sind kritische Komponenten in der Elektromobilität, bei der Windenergie und in anderen grünen Technologien. Anleger, die an der Wertsteigerung dieser Metalle teilhaben wollen und etwas Geduld mitbringen, sind mit einem Engagement in Greenland Minerals gut bedient. Der aktuelle Handelsstreit zwischen den USA und China könnte dabei die Preise und damit die Aktien von Greenland Minerals beflügeln. Dies, wenn China, der grösste Produzent von seltenen Erden, Exportbeschränkungen dieser Metalle als Waffe gegen die USA einsetzt.

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