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Hot Corner: Grüne Energie

Der dänische Stromversorger Orsted bietet innovative Energielösungen für Stadtwerke und Industrie.

Hanspeter Frey

Der dänische Stromversorger Orsted (Kopenhagen, Orsted DC, Kurs: 478.40 dKr., Börsenwert 202 Mrd. dKr./30,4 Mrd. Fr.) verpflichtet sich voll und ganz der Windkraft. Diese wird weltweit gefördert, selbst in den USA mit ihrem den Anforderungen des Klimawandels ablehnend gegenüber stehenden Präsidenten. An mehreren Grossprojekten für Offshore-Windparks an der US-Ostküste sind die Dänen führend beteiligt.

Ebenfalls den Fuss in der Tür haben sie in Taiwan. In Europa ist das Unternehmen ausser am Heimmarkt auch in Deutschland, den Niederlanden, Grossbritannien und Frankreich aktiv. Auch da sind weitere Windparks geplant.

Voll im Trend

So ist Orsted mit einem Umsatz von 77 Mrd. dKr. (12 Mrd. Fr.) und einer Gesamtkapazität von 5,1 Gigawatt heute  grösster Produzent von Offshore-Windenergie weltweit. Dieser Aufschwung geht auf einen radikalen Strategiewechsel zurück. Vor Jahren beschloss das Unternehmen, das bis 2017 Dong (Danish Oil and Natural Gas) hiess: Weg von fossilen Brennstoffen und hin zu ausschliesslich grüner Energie. Untermauert wurde der Richtungswechsel mit der Namensänderung zu Orsted, in Anlehnung an den dänischen Physiker und Naturforscher Hans Christian Orsted. Dieser hatte vor 200 Jahren den Elektromagnetismus entdeckt und so die Basis für die Stromgewinnung gelegt.

«Es ist Zeit, zu handeln, für eine Welt, die vollständig auf grüne Energie setzt», formuliert Präsident und CEO Henrik Poulsen das Ziel für die rund 6000 Mitarbeiter des Konzerns und die globale Gesellschaft und Politik insgesamt.

Dass das energiepolitische Umdenken, so harzig es manchmal vor sich gehen mag, durchaus Realität ist, erkennt man an der Geschäftsentwicklung des dänischen Versorgers. 2018 schrieb Orsted ein Rekordjahr: Der Umsatz wuchs 29%, der Gewinn vor Steuern 45%, wobei das vierte Quartal hervorstach: In den drei Monaten per Ende Dezember hat der Ertrag sich auf 19,2 Mrd. dKr. fast verdoppelt und die Erwartungen deutlich übertroffen. Mit liquiden Mitteln von umgerechnet über 4 Mrd. Fr. und einer Kapitalrendite von gut 11% steht das Unternehmen auf soliden Pfeilern.

Rasante Kursentwicklung

Eine leise Enttäuschung setzte es an der Börse einzig ab, als Orsted für 2019 «auf hohem Aktivitätslevel» eine Steigerung des Betriebsgewinns von 4 bis 10% als Richtschnur nannte. Die Analysten hatten mit mehr gerechnet. Doch das Management ist bekannt für seine vorsichtigen Schätzungen.

Die Aktie ist mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis 2019 von 30 und einem KGV 2020 von 20 nicht günstig – ein typischer Wachstumstitel eben, immerhin mit einer Dividendenrendite von rund 2%. Die Performance ist eindrücklich, das schlechte Börsenjahr 2018 ging am Titel spurlos vorbei, Raum für weitere Kursfortschritte ist vorhanden. Orsted profitiert nicht nur vom Ausbau erneuerbarer Energie, sondern ebenso vom Trend hin zu nachhaltigen Anlagen.

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