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Hot Corner: Pionier im digitalen Bauen

Das Recheninstitut im Bauwesen, RIB Software befasst sich seit 1961 mit der effizienten Ausgestaltung von Bauprozessen.

Peter Morf

In der Bauwirtschaft ist eine stille Revolution im Gang. Die Bauprozesse wie auch die Produktion auf der Baustelle selbst entwickeln sich weg vom Handwerk hin zur Industrialisierung – gestützt auf die Informationstechnologie. Das Zauberwort heisst BIM, Building Information Modelling. Darunter versteht man die Digitalisierung der gesamten Wertschöpfungskette von der Planung über die Erstellung bis zum Betrieb eines Bauwerks.

Das Recheninstitut im Bauwesen, RIB Software (Frankfurt: RIB, Kurs am Freitag 27.18 €, Börsenwert 1,3 Mrd. €), nimmt hier eine Pionierrolle ein. Das in Stuttgart beheimatete Unternehmen wurde 1961 gegründet und hat sich stets mit der effizienten Ausgestaltung von Bauprozessen befasst. Schon 2006 entwickelte RIB ein erstes strategisches Entwicklungskonzept für modellbasiertes Planen und Bauen. 2009 folgte dann RIB iTWO, die virtuelle Arbeitsplanung und Steuerung von Projekten und die Simulation von Fertigungsprozessen. Am 8. Februar 2011 wurden die Aktien von RIB erstmals in Frankfurt gehandelt.

Heute ist RIB weltweit ein führendes Unternehmen in der Entwicklung der 5D-BIM Software. Es beschäftigt in 30 Ländern rund 800 Mitarbeiter und generierte 2016 einen Umsatz von 97,9 Mio. €. Die Ebitda-Marge erreichte den traumhaften Wert von 33%. Der Gewinn belief sich auf 14,4 Mio. €, das waren 14,7% des Umsatzes.

Das Unternehmen blickt auf eine stürmische Wachstumsphase zurück. Innerhalb von lediglich vier Jahren stiegen der Umsatz 71% und der Gewinn 58%. RIB zählt weltweit rund 100 000 Kunden, davon etwa 1000 Key Accounts. Zu ihnen gehört auch der Schweizer Leader im Baumarkt, Implenia (IMPN 77.45 -0.77%): Im vergangenen August entschied sich Implenia für die iTWO-Technologie von RIB für die Weiterentwicklung des digitalen Bauens.

BIM verspricht erhebliche Effizienz- und Qualitätssteigerungen im Bau. Das digitale Bauen steckt in Westeuropa allerdings noch in den Kinderschuhen – dementsprechend gross ist das Wachstumspotenzial. Einen Schritt weiter sind das Vereinigte Königreich sowie Skandinavien, wo BIM schon vor etwa zehn Jahren Einzug gehalten hat.

Als Folge der hohen Wachstumserwartungen weisen die in Frankfurt gehandelten Aktien mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von gut 60 (Basis 2018) eine hohe Bewertung auf. Eher gegen ein Engagement spricht darüber hinaus die Tatsache, dass sich rund 47% der Aktien in festen Händen befinden. Wer sich dennoch für die RIB-Aktien entscheidet, geht eine Wette auf eine flächendeckende Verbreitung des digitalen Bauens ein. Der Prozess hat eingesetzt – die Chancen, dass der Anleger die Wette gewinnt, stehen gut.

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