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Hot Corner: Private Equity für alle

Die Deutsche Beteiligungs AG ist seit über fünfzig Jahren im Geschäft mit Private Equity. Aktuell sind die Aktien attraktiv.

Jeffrey Hochegger

Die Nachfrage nach Private Equity (PEHN 60 0%) boomt, dennoch ist vielen Anlegern ein Einstieg in diese Anlageklasse verwehrt. Zu gross sind die geforderten Minimuminvestments, zu lange der Anlagehorizont. Anders ist das bei der Deutschen Beteiligungs AG (Frankfurt: DBAN, Kurs: 33.85 €, Börsenwert 509,2 Mio. €). Sie ist börsengehandelt, investiert aber nur in private Unternehmen.

Die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) ist kein Neuling im Geschäft mit nicht kotierten Gesellschaften. Sie wurde 1965 als erster deutscher Anbieter von Private Equity gegründet, blickt also auf eine über fünfzigjährige Geschichte zurück. Den Schritt an die Börse wagte die Gesellschaft 1985. Die DBAG legt ihr Geld hauptsächlich in deutsche Mittelstandsunternehmen mit einem Umsatz von 20 bis 500 Mio. € an. Seit der Gründung hat sich die DBAG an mehr als dreihundert Mittelstandsunternehmen beteiligt. Da es rund zehntausend Mittelstandsunternehmen in Deutschland gibt, ist die Auswahl auch für die nächsten Jahre gross genug.

Kongruente Interessen

Pro Jahr werden mehr als zweihundertfünfzig Unternehmen analysiert, aber nur bei vier bis sechs Gesellschaften wird eine Beteiligung eingegangen. Die meisten Investitionen, 59%, geschehen aufgrund von Nachfolgeschwierigkeiten bei Familien oder Gründern. Der DBAG ist es bei einer Anlage wichtig, dass sich die Unternehmensleitung im Falle einer Beteiligung ebenfalls finanziell engagiert.

Diese Interessenskongruenz spielt auch bei einer zweiten Einkommensquelle des Unternehmens eine wichtige Rolle. Als Gesellschaft berät die DBAG inzwischen vier geschlossene Private-Equity-Fonds, die gesamthaft 1,8 Mrd. € verwalten. Um ihre Überzeugung bezüglich der Beratung zu unterstreichen, hält die die DBAG jeweils ein Fünftel an diesen Kollektivanlagen.

Junges günstiges Portfolio

Im Schnitt hält die DBAG die Gesellschaften fünf Jahre. In dieser Zeit hat sie ihren Einsatz in den vergangenen Jahren durchschnittlich um das 2,8-Fache gesteigert. Pro Jahr werden etwa zwei Beteiligungen veräussert. 2016/17 bildete da eine Ausnahme, als sechs Beteiligungen verkauft wurden. Das Unternehmen hatte dadurch ausserordentlich verdient, der Aktienkurs schoss in die Höhe, und korrigierte wieder. Das Portfolio ist heute  relativ jung, und es dürfte noch etwas dauern, bevor die Bewertungen richtig steigen.

Aber gerade das bietet Anlegern die Chance, sich zu günstigen Kursen in Private Equity zu engagieren. Zum Ende des ersten Quartals war das Portfolio mit dem 1,3-Fachen des ursprünglichen Transaktionswertes bewertet. Um die durchschnittlichen Renditekennzahlen zu erreichen, müsste sich der Wert der Beteiligungen verdoppeln. Auch wenn es bis dahin einige Jahre dauert, winkt dem Anleger eine attraktive Rendite. Zudem profitieren Investoren aktuell von einer Dividendenrendite von gut 4%.

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