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Hot Corner: Schnell unterwegs

Das Softwareunternehmen Lightspeed mit Sitz in Montreal hat Mitte Juli das Genfer Start-up iKentoo erworben.

Lightspeed (Toronto: LSPD, Kurs: 37.34 kan. $, Marktwert 3 Mrd. kan. $) ist in der Schweiz angekommen. Das Softwareunternehmen mit Sitz in Montreal hat Mitte Juli das Genfer Start-up iKentoo erworben. Die Käuferin aus Übersee war bisher in der Schweiz wohl kaum jemandem ein Begriff. Selbst in Kanada war das 2005 gegründete Unternehmen lange nur in kleinen Kreisen bekannt.

Mit dem Börsengang am 8. März hat sich das schlagartig geändert: Bereits am ersten Tag schnellte der Kurs der Titel an der Börse in Toronto rund ein Viertel nach oben. Am Ende des Handelstages schlossen sie 20% fester. Lightspeed bekam an jenem Tag einen Kapitalzuschuss von fast 240 Mio. kan. $. In den Medien wurde das Jungunternehmen sogleich mit der kanadischen Shopify verglichen, einer höchst erfolgreichen Internetplattform, die heute an der Börse über 20 Mrd. $ wert ist.

Expansion in Europa

Lightspeed verkauft cloud-basierte Point-of-Sale-Software für kleine und mittlere Unternehmen, vor allem für Läden, Bars und Restaurants. Das digitale Kassensystem unterstützt die Betriebe bei der Verwaltung von Daten über Verkäufe sowie von Online- und anderem Inventar, Internetkatalogen und Transaktionen wie E-Commerce und Loyalitätsprogrammen für Kunden. Das Programm ist mit unterschiedlichen Geräten wie Smartphones, Pads, Tablets oder Mac-Computern kompatibel.

Lightspeed beschäftigt zurzeit rund 700 Angestellte, die Software wird weltweit an 49 000 Verkaufsstellen in ungefähr hundert Ländern eingesetzt. Das jährliche Transaktionsvolumen beträgt derzeit rund 14 Mrd. kan. $. Nun will der 43-jährige Gründer und CEO Dax (DAX 12754.69 0.05%) Dasilva in Europa weiter expandieren.  Durch den Kauf von iKentoo soll das Unternehmen an Kunden in der Schweiz und in Frankreich kommen.

Grosses Anlegerinteresse

In den ersten Jahren hat Dasilva das Unternehmen mit Risikokapital gepolstert. Als der finanzielle Spielraum enger zu werden begann, widerstand er der Versuchung, Lightspeed zu verkaufen. Er wählte stattdessen den Börsengang in Toronto. Der Aktienkurs hat sich seit dem Börsengang beinahe verdoppelt. Auch internationale Investoren zeigten bisher grosses Interesse an den Aktien.

Dasilva glaubt, dass Lightspeed den Umsatz in den kommenden Jahren verdoppeln kann. Setzt sich das bisherige Wachstum fort, ist dieses Ziel wohl erreichbar. Im vergangenen Geschäftsjahr (per 31. März) wies Lightspeed einen Umsatz von 77,5 Mio. kan. $ aus,  36% mehr als im Vorjahr.  Noch mehr stieg jedoch der Nettoverlust, er betrug 183 Mio. kan. $ (Vorjahr: 96,2 Mio. kan. $). Ob Lightspeed ein Erfolg wie Shopify vergönnt ist, lässt sich kaum abschätzen. Das Wachstumspotenzial ist indes beträchtlich. Die Valoren eignen sich für risikobewusste Anleger mit einem langen Atem.

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