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Hot Corner: Suomi-Kräne

Arno Schmocker
Cargotec hat die Profitabilität seit 2013 stetig gesteigert. Der finnische Industriekran-Hersteller setzt auf mehr Service und Software.

Die Zauberwörter Digitalisierung und Industrie 4.0 haben die Aktien vieler Logistikunternehmen in neue Kurssphären katapultiert. Zu entdecken wären da noch Cargotec (CGCBV 46.615 -2.59%) (Nasdaq OMX (NDAQ 75.95 -0.03%) Helsinki; Börsenwert: 3133 Mio. €). Das finnische Unternehmen ist auf Frachtabwicklung für Schiffe, Häfen und Lastwagenterminals spezialisiert, zum Beispiel mit Lastkränen. Auf jedem der drei Gebiete ist Cargotec Nummer eins oder Nummer zwei. Automationslösungen, Software und Servicedienstleistungen sollen in den kommenden Jahren zunehmend an Bedeutung gewinnen. So will das Unternehmen sein Geschäft weniger kapitalintensiv betreiben und die ausgeprägten Nachfragezyklen dämpfen.

Cargotec ist das Produkt einer Erbteilung in einer der bekanntesten Unternehmerfamilien des Landes. 2005 wurde sie vom Kone-Konzern, der sich seither als einer der härtesten Konkurrenten von Schindler (SCHP 221.2 -0.45%) auf Aufzüge und Fahrtreppen konzentriert, abgetrennt. Hier wie dort haben immer noch Vertreter der Familie Herlin das Sagen.

In Sachen Profitabilität kann es Cargotec nicht mit Kone (KNEBV 44.31 -0.23%) aufnehmen. Doch seit einem CEO-Wechsel 2013 weisen die Kennzahlen aufwärts. Der operative Gewinn hat sich verdoppelt, die Ebit-Marge ist von 4 auf 7,5% gestiegen. Die Rendite auf dem eingesetzten Kapital (ROCE) nahm von 5 auf 10,2% zu. Mittelfristige Zielwerte sind mindestens 10% für den Ebit und 15% für den ROCE. Parallel strebt Cargotec an, die Dividende stetig zu erhöhen. Ausgeschüttet werden sollen 30 bis 50% des Gewinns.

Ganz verborgen blieben die Fortschritte des Unternehmens den Investoren nicht. Von April 2016 bis Mitte des laufenden Jahres verdoppelte sich der Aktienkurs. Weil die Semester- und die Drittquartalszahlen die Erwartung der Finanzanalysten nicht erfüllten und diese die Gewinnschätzungen für 2017 kürzten, haben die Titel seit dem Hoch im Sommer fast 20% eingebüsst – für den Broker Kepler Cheuvreux, der Cargotec auf der europäischen Empfehlungsliste führt, eine Kaufgelegenheit.

Während der Gewinn je Aktie 2017 mehr oder weniger stagnieren wird, ist für nächstes Jahr ein Sprung von 20% zu erwarten. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15 sind die Cargotec-Aktien deutlich niedriger bewertet als der Durchschnitt der europäischen Investitionsgütervaloren (20) – und auch etwas bescheidener als Konecranes, die ebenfalls einmal Teil von Kone gewesen war. Nicht jedermanns Sache sind die Nettoverschuldung von 600 Mio. € (2,3-mal Ebitda) und der hohe Goodwill in den Büchern von Cargotec.