Die Hotellerie ist gleichsam das Rückgrat des Schweizer Fremdenverkehrs. Sie erarbeitet knapp ein Viertel der Bruttowertschöpfung der Branche, und sie blickt auf gute Jahre zurück: Mit 39,6 Mio. Logiernächten erreichte sie 2019 einen Übernachtungsrekord. Dabei kam fast die Hälfte der Gäste aus der Schweiz; Deutschland steuerte als wichtigster ausländischer Herkunftsmarkt 10% bei. In längerfristiger Sicht sind die Logiernächte deutlich gestiegen. Sie lagen 2019 gut 20% höher als 2004. Es fällt auf, dass sich die Produktivität markant erhöht hat. Seit 2008 steigt im Gefolge der Finanzkrise der Kostendruck. Entsprechend wurde die Beschäftigung abgebaut. Die Coronakrise stellt das nun alles infrage. Gemäss Angaben des Branchenverbands Hotelleriesuisse bricht der Umsatz von März bis Juni zwischen 1,7 und 2,7 Mrd. Fr. ein. Gewisse Betriebe verbuchen einen Umsatzrückgang von bis zu 95%. Rund 90% der Hotelbetriebe – sie mussten nicht schliessen – haben für ihre Mitarbeiter Kurzarbeit angemeldet. Im schlimmsten Fall könnte ein Viertel aller Betriebe in Konkurs gehen. Die Umsatzeinbussen des Tourismus insgesamt werden für 2020 auf rund 25% geschätzt. Es dürfte Jahre dauern, bis dieser Einbruch wettgemacht ist. Im eigenen Land Ferien zu machen, ist eine gute Idee, doch das wird nicht ausreichen, damit die Branche wieder auf gewohnte Frequenzen kommt.