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HSBC und Santander müssen Gewinnrückgang einstecken

Die grösste europäische Bank verdient klar weniger. Und der spanischen Santander verhageln Coronarückstellungen die Bilanz.

(Reuters) Die grösste europäische Bank HSBC hat die Corona-Krise im ersten Quartal voll zu spüren bekommen. Der Gewinn vor Steuern brach um fast die Hälfte auf 3,2 Mrd. $ ein, wie HSBC am Dienstag mitteilte. Analysten hatten mit einem weniger starken Einbruch gerechnet. Grund für den Gewinnrückgang waren eine deutlich höhere Risikovorsorge für faule Kredite sowie gesunkene Erträge. Der Druck auf die Einnahmen werde wegen der Corona-Pandemie vorerst anhalten.

Das Geldhaus, das vor allem in Grossbritannien und China unterwegs ist und inmitten eines Umbaus steckt, warnte vor «signifikant» steigenden Kreditausfällen. Von Januar bis März erhöhte HSBC die Risikovorsorge um 2,4 Mrd. $ auf 3 Mrd. $. Damit deckte sie nicht nur potenzielle Darlehensausfälle wegen der Viruskrise und des extrem gesunkenen Ölpreises ab. Ins Kontor schlugen auch Belastungen im Zusammenhang mit einem Firmenkunden in Singapur. Dieser ist Insidern zufolge im Ölhandel tätig.

Santanders Gewinn bricht ein

Der Gewinn der spanischen Bank ist im ersten Quartal um 82% auf 331 Mio. € eingebrochen. Das Institut habe seine Rückstellungen deutlich erhöhen müssen, da im Zuge der Corona-Krise Kreditrückzahlungen ausfallen könnten, teilte Santander mit. In Spanien sind an den Folgen des Virus mehr als 23’000 Menschen gestorben. Ohne Sonderfaktoren stieg der Gewinn etwas stärker als die Markterwartungen um ein Prozent auf 1,98 Mrd. €. Verwaltungsratschefin Ana Botin kündigte eine Überprüfung der Strategie an, sobald die Auswirkungen der Corona-Krise klarer seien.